Der Nationalfonds hat ein rechtswissenschaftliches Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Malte Gruber bewilligt. Das Vorhaben zielt auf die rechtswissenschaftliche Erforschung von Modellen und Institutionen zum Schutz kommender Generationen.

Im Projekt geht es auch um Haftungsfragen im Zusammenhang etwa mit dem Klimaschutz. Im Bild: Impression von einer Demonstration zugunsten des Klimas. (Flickr/Ferdinando Iannone)

Mit Rücksicht auf die erkennbaren Grenzen bisheriger, auf staatlich-politische Regulierung angelegter Konzeptionen des Klima- und Umweltschutzes haben Rechtslehre und Rechtsprechung bereits damit begonnen, Neuinterpretationen privatrechtlicher Kategorien und Regelungsansätze zu entwickeln. 

Haftungsfragen und Durchsetzungsmöglichkeiten

Im Rahmen des Forschungsprojekts werden zwei Forschungsfragen bearbeitet: Die erste Frage betrifft die Zuweisung von Haftungsverantwortung. Diese wird insbesondere in den Fällen problematisch, in denen gegenwärtiges Handeln zu mittel- und langfristigen Risiken oder Schäden auf Kosten künftiger Generationen führt. Hierbei soll untersucht werden, inwieweit öffentlich-rechtliche Umweltprinzipien (Nachhaltigkeit, Vorsorge, Solidarität zwischen den Generationen) die Regeln für die Haftungszuschreibung im Privatrecht beeinflussen und gestalten können. Die zweite Fragestellung richtet sich auf die Durchsetzungsmöglichkeiten von privatrechtlichen Konstruktionen und zivilprozessualen Instrumenten, die zur Sicherung der Rechtsstellung kommender Generationen in privatrechtlichen Verfahren eingesetzt werden können.

Insgesamt soll zu einer Weiterentwicklung des schweizerischen und europäischen Privatrechts beigetragen werden, und zwar aus rechtstheoretischer sowie aus rechtspraktischer Perspektive. Ziel ist es, die Grundlagen für ein neues privatrechtswissenschaftliches Forschungsgebiet zu erarbeiten.
 

  • Originaltitel des Projekts und Übertragung ins Deutsche: "Future Generations in Swiss and European Private Law. Models and Legal Institutions for Protecting the Interests of Future Generations" (Zukünftige Generationen im schweizerischen und europäischen Privatrecht. Modelle und Rechtsinstitute zur Wahrung der Interessen zukünftiger Generationen)
  • Leitung: Prof. Dr. Malte Gruber, Ordinarius für Rechtsphilosophie und Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt Immaterialgüterrecht und Recht der neuen Technologien
  • Mitarbeitende: Dr. Michael Monterossi (Postdoc); 1 Doktorand/in, noch zu bestimmen
  • Projektdauer: 3 Jahre
  • bewilligte Fördersumme des Schweizerischen Nationalfonds (SNF): CHF 357'000 (gerundet)
     
1. Mai 2019