Warum sind Menschen verschieden – was haben sie gemeinsam? Wie wirkt sich die Globalisierung lokal aus? Wie werden  Konflikte verursacht und gelöst? Wie leben Kinder und Jugendliche in anderen Gesellschaften? Was für soziale und kulturelle Folgen haben Naturkatastrophen?

Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Ethnologie sowohl mittels Feldforschung vor Ort als auch durch Kulturvergleiche. Aktuelle Situationen und Entwicklungen interessieren dabei ebenso wie der historische Hintergrund und Fragen nach dem Verhältnis zwischen der eigenen und der fremden Kultur.

Studieninhalte

Im Zentrum der Ethnologie steht die vergleichende Untersuchung menschlicher Kulturen. In seinen empirischen Methoden (Feldforschung mit Methodenvielfalt) ist das Fach vorwiegend auf heute existierende Gesellschaften ausgerichtet. Zielsetzung ist es, Probleme und Prozesse der Gegenwart wie Migration, Globalisierung, ethnisch motivierte Konflikte und Kriege sowie friedliche transkulturelle Beziehungen und Entwicklungen zu analysieren. Im Rahmen des Kulturvergleichs werden historische Beispiele einbezogen, stehen aber nicht im Mittelpunkt der Forschung. Schwerpunkte des Lehrangebots bilden die Bereiche Wirtschaft & Ökologie und Politik & Recht. Neben den beiden Schwerpunktbereichen werden Lehrveranstaltungen zu weiteren aktuellen Themen wie Migration, neue Medien oder Themen der Religionsethnologie oder der Kindheitsforschung angeboten, in der Absicht, lokale Lebenszusammenhänge in einer globalisierten Welt besser zu begreifen.

Der Schwerpunkt Wirtschaft & Ökologie thematisiert Fragen der ökologischen Bedingungen und Konsequenzen der Nutzung natürlicher Ressourcen. Er widmet sich akteurzentrierten Ansätzen zur Erklärung von Ressourcennutzung, wobei die Produktionsstrategien von Individuen oder Haushalten (im Kontext von Jagen und Sammeln, Viehzucht und Landwirtschaft) wie auch Fragen der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen. Nebst den ökologischen werden auch die institutionellen und strukturellen Rahmenbedingungen von Produktion, Tausch und Konsum berücksichtigt (Eigentums-, Verwandtschafts-, politische Beziehungen etc.). Ein besonderes Interesse gilt den verschiedenen Tauschformen (Teilen, Handel, Gabentausch etc.). Dieser erste Schwerpunkt beschäftigt sich zudem mit den wirtschaftlichen Aspekten bäuerlicher Gemeinschaften sowie mit den diversen Formen der Integration dieser Gemeinschaften in eine Gesamtwirtschaft (in Güter- und Arbeitsmärkte, Transportwesen, staatliche Leistungen und Forderungen). 

Der Schwerpunkt Politik & Recht hat politische Prozesse und sich daraus ergebende Konflikte in einfachen wie in komplexen Gesellschaften zum Gegenstand. Durch nationale und internationale Migrationen sind heutzutage die meisten untersuchten Gesellschaften heterogen, eingebunden in grössere politische Einheiten und stehen in Beziehungen zu anderen sozialen Einheiten (ethnischen Gruppen, Regionen, Nationen). Interethnische bzw. transkulturelle Beziehungen und das Nebeneinander verschiedener Rechtssysteme sind deshalb ein zentraler Gegenstand der Politik- und Rechtsethnologie. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Formen von Macht (Einfluss, Autorität, Herrschaft), welche politische Einheiten (Lokalgruppen oder Staaten) hierarchisch strukturieren, sowie die vielfältigen Formen ihrer Legitimation (Religion, Magie, Verwandtschaftsideologien etc.). Politische Konflikte (zwischen Individuen, Interessengruppen oder Lokalgruppen und Staaten) sowie die Institutionen und Formen zu deren Beilegung werden ebenso thematisiert wie die vielfältigen Bezüge von politischen Strukturen zu Wirtschaft, Verwandtschaft und Religion. Des Weiteren werden verschiedene Formen sozialer und politischer Bewegungen (Rebellionen, ethnopolitische Bewegungen etc.) analysiert. Dabei gilt die Aufmerksamkeit einerseits jenen Prozessen, die Individuen zu Gemeinschaften zusammenschweissen, andererseits den Konflikten, die sich durch eben diese Prozesse ergeben (Anspruchs- und Protestbewegungen, millenaristische Bewegungen, Bürgerkriege). 

Neben den Schwerpunktbereichen werden Lehrveranstaltungen zu weiteren aktuellen Themen wie neue Medien oder Themen der Religionsethnologie angeboten.

Das Masterstudium zielt neben der Wissensvertiefung in Schwerpunkt- und weiteren Gebieten auf eine Stärkung der Methodenkompetenz. Zu diesem Zweck wird ein spezielles, den Masterstudierenden vorbehaltenes Methodenseminar angeboten. Weiter wird im Masterstudium Theoriediskussionen besondere Beachtung geschenkt.

Zudem wird das Masterstudium in Ethnologie (im Major) in zwei Varianten angeboten, die gewählt werden können: Ein Masterstudium ohne Feldforschungspraktikum und eines mit Feldforschungspraktikum.

Lehrveranstaltungen

Die aktuellen Lehrveranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis und im UniPortal. Eine Übersicht des aktuellen Semesterangebots bietet zudem der Stundenplan des Ethnologischen Seminars.

Aufbau

Umfang und Dauer

Das Masterstudium der Ethnologie umfasst 120 Credits (Cr) gemäss European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS). Ein Credit entspricht einer durchschnittlichen Arbeitsleistung von 25 bis 30 Stunden. Die Regelstudienzeit beträgt 4 Semester (2 Jahre). Ein Teilzeitstudium ist möglich.

Studienmöglichkeiten

Ethnologie kann entweder im Rahmen eines Fächerstudiengangs als Major (Hauptfach) oder Minor (Nebenfach) oder im Rahmen des integrierten Studiengangs Kulturwissenschaften studiert werden. Zudem besteht die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen in Ethnologie als sogenannte freie Studienleistungen zu belegen.

Ethnologie als Major im Fächerstudiengang

Fächerstudiengänge setzen sich aus einem Major (Hauptfach) und einem Minor (Nebenfach) zusammen. Im Rahmen eines Fächerstudiengangs kann Ethnologie als Major oder Minor studiert werden. An der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät umfasst der Major auf Masterstufe in der Regel 74 Credits (Masterarbeit und Masterprüfungen eingerechnet).

Eine Übersicht über das Studium der Ethnologie im Major bietet der Musterstudienplan.

Als Minor kann jedes an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät angebotene Fach studiert werden, wenn es nicht bereits als Major belegt ist. Ethnologie als Major kann zudem in Verbindung mit den Minorprogrammen der Rechtswissenschaftlichen und der Theologischen Fakultät studiert werden. Falls die Universität Luzern ein bestimmtes Minorfach nicht anbietet, kann dieses an einer anderen Universität belegt werden. Mit der Universität Zürich besteht hierzu ein Abkommen über Nebenfachstudien. Für Zulassung und Abschluss gelten die Bestimmungen der anbietenden Fakultät. Der Mindestumfang eines Minorstudienprogramms beträgt auf Masterstufe 25 Credits. Wer sich für einen externen Minor anmelden möchte, wende sich bitte an die Studiendienste der Universität Luzern (studiendiensteremove-this.@remove-this.unilu.ch).

Folgende Minorfächer können mit dem Major Ethnologie kombiniert werden: 

Ethnologie als Minor im Fächerstudiengang 

An der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät umfasst der Minor (Nebenfach) auf Masterstufe in der Regel 25 Credits (Masterprüfungen eingerechnet). 

Eine Übersicht über das Studium der Ethnologie im Minor bietet der Musterstudienplan.

Ethnologie als Major im integrierten Studiengang Kulturwissenschaften

Ethnologie kann an der Universität Luzern auch im Rahmen des integrierten Studiengangs Kulturwissenschaften studiert werden. Integrierte Studiengänge sind eine Besonderheit der Universität Luzern: sie sind interdisziplinär ausgerichtet und orientieren sich an Themen, an deren Bearbeitung verschiedene Disziplinen mitwirken. Für Studierende, die im Rahmen des integrierten Studiengangs Kulturwissenschaften Ethnologie studieren, gelten die Bestimmungen für den Studiengang Kulturwissenschaften.

Eine Übersicht über das Studium der Kulturwissenschaften mit Major Ethnologie bietet der Musterstudienplan.

Ethnologie im Rahmen der freien Studienleistungen

Alle Studierenden der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät haben die Möglichkeit, im Rahmen der sogenannten freien Studienleistungen Lehrveranstaltungen aus dem gesamten Angebot der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät zu belegen. Im Vorlesungsverzeichnis ist jeweils angegeben, wie eine bestimmte Lehrveranstaltung angerechnet werden kann. 

Studienplanung und Studienverlauf

Eine Hilfe bei der Planung des Studiums bieten die Musterstudienpläne. Abgeschlossen wird das Masterstudium mit der Masterarbeit und den Masterprüfungen (s. unten unter „Reglemente, Merkblätter, Formulare, Abschlussverfahren“). 

Studienabschluss

Wer im Rahmen eines Fächerstudiengangs Ethnologie im Major studiert, erwirbt als Absolventin oder Absolvent den Studienabschluss „Master of Arts in Ethnologie“ unter Angabe des jeweiligen Minors. 

Wer im Rahmen des integrierten Studiengangs Kulturwissenschaften als Major studiert, erwirbt als Absolventin oder Absolvent den Studienabschluss „Master of Arts in Kulturwissenschaften mit Major Ethnologie“.

Sprachen

Weil ein grosser Teil der wissenschaftlichen Literatur in der Ethnologie auf Englisch vorliegt, sind gute Kenntnisse dieser Sprache  unabdingbar, jedoch keine Voraussetzung für die Zulassung. Je nach regionaler Spezialisierung im Laufe des Studiums kann auch die Kenntnis weiterer Sprachen wichtig werden.

Praktika

Das Ethnologiestudium in Luzern ist forschungsorientiert. Auf mehrwöchigen Exkursionen können Studierende erste Forschungserfahrungen sammeln. 

Zudem wird das Masterstudium in Ethnologie (im Major) in zwei Varianten angeboten: Ein Masterstudium ohne Feldforschungspraktikum und eines mit Feldforschungspraktikum. In letzterem kann, in ersterem muss ein Methodenseminar besucht werden. Das Methodenseminar, in dem insbesondere qualitative Methoden behandelt und geübt werden, bereitet auf einen mindestens dreimonatigen Forschungsaufenthalt im Aus- oder Inland vor. 

Im Studiengang mit Forschungspraktikum reduzieren sich die frei wählbaren Studienleistungen im Major oder Minor um etwa die Hälfte und es sind keine zusätzlichen Leistungen in Sozialkompetenz erforderlich, bringt ein Forschungspraktikum doch Sozialkompetenz in hohem Masse mit sich. 

Vorbereitung, Durchführung und Auswertung eines Feldforschungspraktikums werden von den Lehrpersonen des Ethnologischen Seminars - die alle über Forschungserfahrung und Vertrautheit mit unterschiedlichen Regionen verfügen - intensiv betreut. 

Neben der Stärkung der Methodenkompetenz kann ein Feldforschungspraktikum auch Regionalkompetenz vermitteln, die sich bei der späteren Stellensuche positiv auswirken kann. Hier sind regionale Kompetenzen meist ebenso gefragt wie fachliche. Ein erfolgreich durchgeführtes Feldforschungspraktikum kann ausserdem die Grundlage der Masterarbeit bilden. Diese kann jedoch in jedem Fall auch auf einem Literaturstudium basieren.

Mobilität

Im Rahmen eines Studiums besteht die Möglichkeit, einen Studienaufenthalt an einer anderen Universität des In- oder Auslands zu absolvieren. Wichtige Informationen zu den Austauschprogrammen und den Anmeldefristen finden Sie unter Mobilität.

Mobilitätsberatung

Wer sich für einen Studienaufenthalt an einer anderen Universität interessiert oder anmelden möchte, nehme bitte Kontakt mit der Mobilitätsberatung des jeweiligen Studiengangs auf. Die Ansprechperson für Ethnologie ist: 

Dr. Werner Egli
Universität Luzern
Frohburgstr. 3 / Raum 3.A20
Postfach 4466
6002 Luzern

T +41 41 229 55 73
werner.egliremove-this.@remove-this.unilu.ch

Berufsperspektiven

Das Studium der Ethnologie ist auf verschiedene Berufsfelder ausgerichtet. Neben einer Laufbahn im akademischen Bereich können die im Studium erworbenen Kompetenzen für ein breites Berufsspektrum qualifizieren, wie etwa Tätigkeiten in der Entwicklungszusammenarbeit, in internationalen Organisationen, in der öffentlichen Verwaltung, in der Sozialarbeit, in Verbänden, in den Medien, in Verlagen, in der Unternehmensberatung, im Kulturmanagement oder im Museumsbereich. Zwei Interviews mit Ethnologie Alumnis Aja Diggelmann und Giada Peter sowie weitere Beispiele beruflicher Werdegänge von Kultur- und Sozialwissenschaftler/-innen finden sich unter KSF-Alumni im Portrait.

Bei einem guten Masterabschluss in Ethnologie besteht die Möglichkeit, ein Doktoratsstudium in Ethnologie oder Kulturwissenschaften aufzunehmen.
 

Übertritt vom Bachelor- ins Masterstudium

Für Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät gilt für den Übertritt ins Masterstudium bzw. die Exmatrikulation folgende Regelung: Nach Erhalt des Bachelordiploms werden die Studierenden aufgefordert, sich für einen Masterstudiengang an der Fakultät zu entscheiden oder sich zu exmatrikulieren. Die Meldung zum Masterstudium erfolgt per E-Mail direkt an die Studiendienste, die Exmatrikulation ist über das UniPortal vorzunehmen.

 

Anmeldung und Zulassung

Anmeldung

Das Studium der Ethnologie kann an der Universität Luzern sowohl im Herbstsemester wie auch im Frühjahrssemester aufgenommen werden.

Anmeldetermin für das Herbstsemester: 30. April

Anmeldetermin für das Frühjahrssemester: 30. November  

Eine Anmeldung zum Studium nach den offiziellen Anmeldeterminen ist möglich, für das Frühjahrssemester bis zum 31. Januar, für das Herbstsemester bis zum 31. August. In diesen Fällen wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben. Weitere Informationen finden Sie auf der Website zur Anmeldung und Zulassung

Die Anmeldung erfolgt online über das UniPortal. Dort werden Sie Schritt für Schritt durch die Anmeldung geführt. Nach der Anmeldung wird die Zulassung aufgrund der entsprechenden Unterlagen geprüft. 

Zulassung

Für die Zulassung zum Masterstudium gelten die Zulassungsrichtlinien der Universität Luzern. Für das Studium der Ethnologie müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • ein abgeschlossenes Hochschulstudium (in der Regel Bachelor),
  • mindestens 60 Credits in Ethnologie, wenn dieses Fach im Fächerstudiengang als Major gewählt wird.

Reglemente, Merkblätter, Formulare, Abschlussverfahren

Musterstudienpläne, Studien- und Prüfungsordnung, Wegleitung

Die Musterstudienpläne (Ethnologie Major, Ethnologie Minor, Kulturwissenschaften mit Major Ethnologie) sind inhaltliche Studienempfehlungen auf der Grundlage der Studien- und Prüfungsordnung vom 26. Januar 2011 mit Revision vom 25. April 2012  und der dazugehörenden Wegleitung.  

Social Credits und Anrechnung von Studienleistungen

Weitere Dokumente, die Sie während Ihres Studiums brauchen: 

Masterabschlussverfahren (Masterarbeit und Masterprüfungen)

Das Masterstudium wird mit einer Masterarbeit und den Masterprüfungen abgeschlossen. Die Wegleitung zum Masterverfahren sowie die Anmeldeunterlagen enthalten die wichtigsten Informationen. Bitte denken Sie daran, sich frühzeitig mit möglichen Prüferinnen und Prüfern bzw. Gutachterinnen und Gutachtern  in Verbindung zu setzen (ca. fünf Monate vor dem Anmeldetermin). Die Prüfungsdaten geben Ihnen Auskunft über den zeitlichen Ablauf des Abschlussverfahrens.

Sämtliche Reglemente, Merkblätter und Formulare

Sämtliche (auch ältere) Reglemente der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, die Wegleitungen zu den Studiengängen und zum Abschlussverfahren sowie Merkblätter und Formulare finden Sie auf der Reglemente-Seite der Fakultät.

Kontakt und Auskunft

Studienberatung

Studienberatung des Ethnologischen Seminars

Die Studienberatung des Ethnologischen Seminars gibt Studieninteressierten wie auch Studierenden Auskunft über alle Fragen, die das Studium der Ethnologie angehen.

Fachstudienberatung

Dr. Werner Egli
Universität Luzern
Frohburgstr. 3 / Raum 3.A20
Postfach 4466
6002 Luzern

T 41 41 229 55 73
werner.egliremove-this.@remove-this.unilu.ch


Allgemeine Kontaktangaben des Ethnologischen Seminars

Ethnologisches Seminar der Universität Luzern
Frohburgstrasse 3
Postfach 4466
6002 Luzern

T 41 41 229 55 71
ethnosem@unilu.ch   

Website des Ethnologischen Seminars

Auf der Website des Ethnologischen Seminars finden Sie Informationen zu den Mitarbeitenden, den Forschungsschwerpunkten und den Aktivitäten des Seminars.

http://www.unilu.ch/ethnosem