MA Health Sciences | Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Direktionsbereich Gesundheitspolitik beim Bundesamt für Gesundheit | * 1987

 

Was bewog dich zu deiner Studienwahl? Als dipl. Pflegefachmann FH arbeitete ich in diversen Spitälern und erlebte die Vorteile, aber auch die Probleme unseres Gesundheitswesens hautnah mit. Ich wollte dieses vielschichtige System besser verstehen lernen, um mir ein Bild des Ganzen machen zu können.

 

Welcher Tätigkeit gehst du heute nach? Heute arbeite ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Direktionsbereich Gesundheitspolitik beim Bundesamt für Gesundheit. Hier unterstütze ich die Projektleitung beim Betreiben und Weiterentwickeln der Plattform "Zukunft ärztliche Bildung". Diese Plattform bringt die für diese Thematik zentralen Akteure aus der Gesundheits- und Bildungspolitik regelmässig zusammen an einen Tisch und ermöglicht, die hohen Anforderungen an die ärztliche Bildung gemeinsam anzugehen.

 

"Durch mein Studium kann ich das Gesundheitswesen in einem grösseren Kontext denken."

 

Welche Aspekte deines heutigen Berufs bereiten dir am meisten Freude? Meine Stelle bietet mir die Möglichkeit zu erleben, wie Hands-on-Politik am Puls der Zeit betrieben wird. Ich erlebe, wie aktiv an Lösungen für Probleme gearbeitet wird, die dann wiederum konkrete Auswirkungen z.B. auf den Spitalalltag haben können. Es macht Spass zu sehen, dass Politik nicht nur etwas Abstraktes ist, sondern vielmehr die Möglichkeit bietet, die Weichen für zukünftige Entwicklungen zu legen.

 

Woran arbeitest du derzeit? Zurzeit setzt sich eine Themengruppe der Plattform mit allfälligen Zusammenhängen zwischen der fachlichen Spezialisierung der Ärzteschaft und den Strukturen im Spital auseinander. Ich unterstütze meine Vorgesetzte bei der Leitung dieser Gruppe. Das reicht vom Vor- und Nachbereiten der Sitzungen über die Erarbeitung von Grundlagendokumenten bis zum Abschliessen von Verträgen und der Vergabe von Forschungsarbeiten – eine sehr abwechslungsreiche Beschäftigung!

 

Inwiefern erleichtert dir dein Studienabschluss deinen Berufsalltag? Der Major in Gesundheitspolitik und -ökonomie hat mir die Grundlagen vermittelt, um das Gesundheitswesen in einem grösseren Kontext zu denken und verschiedene Einflüsse, die sich auf diesen Bereich auswirken, zu erkennen und einordnen zu können. Das hilft mir dabei, die komplexen Prozesse und Zusammenhänge, die meinen Arbeitsbereich prägen, besser zu verstehen.

 

In welche Richtung möchtest du dich beruflich weiterentwickeln? Im Moment geht es mir vor allem darum, die Arbeit in der Verwaltung kennenzulernen und in meinem Tätigkeitsbereich – gerade im Projektmanagement – an Sicherheit zu gewinnen. Auf jeden Fall werde ich mit der Zeit mehr Verantwortung übernehmen wollen. Vorstellen könnte ich mir später beispielsweise die Arbeit in der Interessensvertretung.

 

(Stand des Interviews: Mai 2016)

Lebenslauf

*1987

 

2006 Matura, Köniz

 

2012 BSc in Pflege, Berner Fachhochschule BFH

 

2012 Forschungspraktikum Evangelische Hochschule Berlin im Bereich Pflegewissenschaft

 

2012–2015 Anstellung als dipl. Pflegefachmann FH auf verschiedenen Stationen in den Unispitälern Zürich und Bern

 

2014–2015 Praktikum im Bereich Gesundheitsökonomie und -politik im Kantonsspital Luzern

 

2015 MA in Health Sciences, Major Health Economics and Health Policy, Uni Luzern

 

seit 2014 Mitglied der Gesundheitskommission der SP Kanton Zürich

 

seit 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Direktionsbereich Gesundheitspolitik beim Bundesamt für Gesundheit