MA Kulturwissenschaften, Major Geschichte | Bis 2015 Archivarin, zurzeit auf Reisen | *1983 

 

Auf welches Engagement während deines Studiums bist du besonders stolz? Beispielsweise auf das Tutorat «Mittelhochdeutsch», das ich zusammen mit einer Kollegin durchführte. Wir hatten in Zürich einen Mittelhochdeutschkurs besucht und wollten unser neu erlerntes Wissen mit Mitstudierenden der Uni Luzern teilen. An der Uni Luzern ist es mit etwas Eigeninitiative sehr einfach, als Studentin eigene Ideen umzusetzen.

Welche Aspekte deines Berufs bereiten dir am meisten Freude? Bis vor kurzem war ich auf einer längeren Reise durch Nordamerika, um mich neu zu orientieren. Davor war ich Mitarbeiterin des Stadtarchivs Schaffhausen. An der Archivistik gefiel mir, dass ich direkt umsetzen konnte, was ich im Studium gelernt habe. Es gibt wohl kaum einen Beruf, der näher am Geschichtsstudium ist. Man arbeitet sehr wissenschaftlich und kann sich die Zeit nehmen, etwas genauer zu untersuchen.

Auf welche an der Uni erworbenen Fähigkeiten warst du im Archiv angewiesen? Auf die historischen Hilfswissenschaften (wie Paläographie), das kritische Denken (auch Quellenkritik) sowie die Recherchetools (was finde ich wo?).

Wie ist dein Berufseinstieg verlaufen? Über Umwege. Nach einem Praktikum, welches mir angeboten wurde, bin ich in den Fernsehjournalismus gerutscht. Zuerst als Videojournalistin, später auch als Moderatorin und Redakteurin. Nach rund eineinhalb Jahren beim Fernsehen konnte ich ins Stadtarchiv Schaffhausen wechseln. Zunächst als Sekretärin (I D-Assistentin), im Laufe der Zeit konnte ich aber mehr und interessantere Aufgaben übernehmen und mich als wissenschaftliche Mitarbeiterin betätigen. Die Weiterentwicklungsmöglichkeiten waren jedoch gering. Diesen Job habe ich deshalb vor einem halben Jahr gekündigt und bin auf Reisen gegangen. So gesehen ist mein Berufseinstieg noch gar nicht richtig abgeschlossen.

In welche Richtung möchtest du dich beruflich weiterentwickeln? Gerne würde ich eine Mischung aus meinen bisherigen Tätigkeiten ausführen. Das heisst, abwechslungsreich arbeiten wie im Fernsehjournalismus und trotzdem profunde Recherchearbeiten leisten sowie an den Quellen bleiben wie im Archiv.

Was rätst du Studierenden, damit sie einen erfolgreichen Berufseinstieg realisieren können? An interessante Studentenjobs zu kommen, ist einfacher als man denkt, gerade, wenn man sich auch in Randregionen bewirbt. Im Stadtarchiv Schaffhausen hat es uns gelegentlich an studentischen Hilfskräften gemangelt, auch beim Schaffhauser Fernsehen war die Suche nach Praktikantinnen und Praktikanten nicht ganz einfach. Gerade für Studierendenjobs ist es am besten, gut gemachte Blindbewerbungen zu verschicken.

(Stand des Interviews: August 2015)

Lebenslauf

*1983

2003 Matura, Schaffhausen

2007 BA Geschichte und Soziologie, Uni Luzern

2011 MA Kulturwissenschaften, Major Geschichte, Uni Luzern

2011 Praktikum Schaffhauser Fernsehen

2003–2010 Studijobs als Kellnerin und Barmaid, Schaffhausen/Zürich

2009 Studentische Hilfskraft beim Digitalisierungsprojekt «Echo» des Max Planck Instituts für Wissenschaftsgeschichte, Bibliothek Werner Oechslin

2011–2012 Videojournalistin/Redakteurin Schaffhauser Fernsehen

2012–2015 Archivmitarbeiterin Stadtarchiv Schaffhausen

Zurzeit auf Reisen