Wirtschaftskriminalität ist eine alltägliche, komplexe Bedrohung für Unternehmen aller Grössen und Branchen. Sie führt zu bedeutenden Vermögensschäden, einer Vielzahl geschädigter Personen und regelmässig zu sehr aufwändigen strafrechtlichen Untersuchungen.

Kernthema des neuartigen CAS Wirtschaftsstrafrecht ist die effiziente Untersuchungsführung. Diese verlangt vorab, dass man das komplexe materielle und formelle Wirtschaftsstrafrecht – auch in seinen Bezügen zum Zivil-, öffentlichen und internationalen Recht – kennt und in der Praxis gezielt anwenden kann. Dozierende aus Wissenschaft und Praxis vermitteln spezifisches zusätzliches Fachwissen und Know-how zur reflektierten und effizienten Bearbeitung von Wirtschaftsstraffällen. Der Zertifikationsstudiengang CAS Wirtschaftsstrafrecht bietet als Zusatzstudium eine fundierte Grundlage zur Leitung von Wirtschaftsstrafverfahren.

Ziel der Ausbildung

Der CAS Wirtschaftsstrafrecht ermöglicht den Studierenden vielschichtige wirtschaftsstrafrechtliche Sachverhalte gezielt nach den relevanten Tatbeständen des Straf- und Nebenstrafrechts zu analysieren, das strafprozessuale Instrumentarium der Beweiserhebung und Beweissicherung – auch im internationalen Kontext – situationsgerecht anzuwenden und den Tatverdacht zielgerichtet zu verdichten oder zu entkräften. Im Zentrum steht die umfassende Beurteilung komplexer rechtlicher und unternehmerischer Sachverhalte im Wirtschaftsstrafrecht. Vernetztes Denken und Handeln mit den verschiedenen Beteiligten am Wirtschaftsstrafverfahren, wie auch die zeitkritische Erledigung der Verfahren unter Beachtung sinnvoller Arbeitsteilung zwischen Staatsanwaltschaft, Polizei, Wirtschaftsprüfern und weiteren Spezialisten werden an den prozessrechtlichen Anforderungen gemessen.

Die Kursteilnehmenden sind in der Lage, Bearbeitungskonzepte für komplexe Wirtschaftsstrafverfahren zu erarbeiten und im Rahmen ihrer verfahrensleitenden Funktion im Strafverfahren effizient umzusetzen und das Ergebnis kritisch zu würdigen.

Flyer CAS Wirtschaftsstrafrecht

Aufbau | Inhalte

Aufbau

Der CAS Wirtschaftsstrafrecht besteht aus sieben Kursen mit einer Dauer von je drei Tagen (jeweils Donnerstagmorgen bis Samstagnachmittag). Am Ende des Studiengangs findet eine schriftliche Schlussprüfung statt.

Inhalte

Der Studiengang CAS Wirtschaftsstrafrecht besteht aus Kursen, welche sich auf folgende Themenbereiche beziehen:

  • Wirtschaftsdelikte – Grundlagen
  • nationales und internationales Organisiertes Wirtschaftsverbrechen
  • kriminelle Unternehmen
  • Unternehmenszusammenbruch
  • Wirtschaftsneben- und Verwaltungsstrafrecht
  • Wirtschaftsprüfung und Compliance
  • Wirtschaftsstrafprozessrecht 

Unterrichtsform | Zielpublikum | Zertifikat

Unterrichtsform

Vermittlung von Wissen und Üben an Fällen verbinden sich im CAS Wirtschaftsstrafrecht mit dem Ziel, einen konstanten und herausfordernden Diskurs zwischen Dozierenden und Studierenden zu erzielen. Die Unterrichtsformen (Referate, Übungen, Gruppenarbeiten) richten sich an den Bedürfnissen der Strafverfolgerinnen und Strafverfolger aus. Die Kurse finden grundsätzlich an der Universität Luzern statt, themen- und unterrichtsbedingt aber auch an andern Orten in der Schweiz. Der Unterricht erfolgt in deutscher Sprache. 

Zielpublikum

Der Zertifikatsstudiengang richtet sich an Personen mit aktueller oder künftiger strafbehördlicher Tätigkeit im Bereich Wirtschaftsstrafrecht. 

Zugelassen werden Juristinnen und Juristen mit abgeschlossenem Lizentiats-, Bachelor- oder Masterstudium einer Universität oder Fachhochschule oder einem Anwaltspatent. Über Aufnahmen bei gleichwertigen Voraussetzungen (Aufnahme sur Dossier) entscheidet das Direktorium der Staatsanwaltsakademie auf Vorschlag der Studienleitung. 

Prüfungen und Zertifikat

Für das erfolgreiche Absolvieren des Studiengangs erhalten die Teilnehmenden das mit 12 ECTS-Kreditpunkten bewertete Zertifikat «CAS Wirtschaftsstrafrecht (Universität Luzern)». Das Diplom wird im Namen der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern und des Vereins CCFW ausgestellt. 

Verantwortung

Prof. Dr. Jürg-Beat Ackermann

Studienleitung Wissenschaft; Professor für Straf- und Strafprozessrecht
T +41 41 229 53 75 • Raum 4.B20 • juerg-beat.ackermannremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos (Professur Ackermann)

lic. iur. Christian Aebi, M.C.L., MAS ECI 

Studienleitung Praxis; Oberstaatsanwalt, Zug
christian.aebiremove-this.@remove-this.zg.ch

Kursleiter und Dozierende

Kursleiter und Dozierende sind ausgewiesene Fachleute aus Praxis und Wissenschaft. Die Dozierenden aus der Praxis leben in ihrem Arbeitsalltag das, was sie unterrichten, und die Dozierenden der Universitäten haben profunde Kenntnisse der Strafverfolgungsrealität. In Kombination garantieren die Dozierenden und Kursleiter, dass die unterrichtete Materie sowohl wissenschaftlich durchdrungen wird wie auch von hoher praktischer Relevanz ist. 

Anmeldung | Daten | Kosten

Daten

CAS WISTRA 2 / 2018
Januar: 18./19./20. & 25./26./27.
März: 8./9./10. & 15./16./17. & 22./23./24.
Mai: 24./25./26.
Juni: 14./15./16. & 29. (Prüfung)

Kosten

Die Kosten für den gesamten Studiengang betragen CHF 9‘500.– (Kursgeld CHF 8‘800. –, Anmeldegebühr CHF 100.­–, Prüfungsgebühr CHF 600.­­–). Darin inbegriffen sind die Kursunterlagen (ohne Fachbücher), der Zugang zur Lernplattform OLAT sowie das Zertifikat.

Nicht inbegriffen sind Anreise, Verpflegung und Unterkunft.