Der Schweizerischen Nationalfonds hat das Projekt "Effects of Pay Transparency: A Multi‐Level Perspective" bewilligt. In diesem wird erforscht, unter welchen Bedingungen Lohntransparenz positive oder aber negative Effekte nach sich zieht.

Lohntransparenz ist ein heiss diskutiertes Thema unter HR-Fachleuten, in der Politik und der breiten Öffentlichkeit. Unternehmen kommen immer mehr unter Druck Löhne offenzulegen. Bisherige Forschung zeigt jedoch, dass es sich dabei um ein zweischneidiges Schwert handelt. Einerseits führt mehr Lohntransparenz zu höherer Leistung und reduziert den Gender Pay Gap, anderseits resultieren aus Lohntransparenz aber auch mehr Neid und höhere Kündigungsabsichten.

Um Unternehmen mögliche Vorteile und Risiken aufzuzeigen, wird im Rahmen des auf zwei Jahre angelegten Projekts untersucht, über welche Kanäle Lohntransparenz wirkt (z.B. Lohnkenntnis, Kommunikationsklima) und unter welchen Bedingungen (z.B. Lohntransparenzpräferenzen) Lohntransparenz positive respektive negative Folgen nach sich zieht. Dabei interessieren sowohl die Folgen für das Individuum (z.B. Stress und Unsicherheit) als auch die Auswirkungen auf das Team (z.B. Konflikt, Wissensaustausch und Vertrauen). Zudem wird zwischen verschiedenen Aspekten der Lohntransparenz (distributive, prozedurale und kommunikative) unterschieden um potenziell unterschiedliche Effekte zu identifizieren und die Konzeptualisierung voranzutreiben.

Aus den Erkenntnissen des 335'000 Franken geförderten Projektes lassen sich konkrete Handlungsempfehlungen für eine effiziente Implementierung der Lohntransparenz ableiten. Zudem leistet das Projekt einen wichtigen Forschungsbeitrag, indem es verschiedene Aspekte der Lohtransparenz definiert und deren Messungen empirisch validiert. "Effects of Pay Transparency: A Multi‐Level Perspective", so der Originaltitel, steht unter der Leitung von Prof. Dr. Bruno Staffelbach, Professor für Betriebswirtschaftslehre, und wird von Dr. Alexandra Arnold und Dr. Anna Sender, beide Oberassistentinnen an dem von ihm geleiteten Center für Human Resource Management (CEHRM), durchgeführt.

26. November 2018