Soziologischer Standpunkt: «Aufhören im neuen Jahr»
Neujahrsvorsätze scheitern oft schnell, und das jedes Jahr. Das liegt aber selten am Anfangen, sondern vor allem am Aufhören: Denn um Vorsätze einzuhalten, müssten wir Gewohnheiten beenden. Und genau das fällt uns besonders schwer.
Gut eine Woche im neuen Jahr dürften viele Menschen ihre Vorsätze wieder verworfen haben. Denn um ein paar Kilo zu verlieren, müsste man mit den Chips aufhören – und genau dieses Aufhören bereitet uns Mühe. Prof. Dr. Nadine Arnold wirft in der Kolumne «Soziologischer Standpunkt» die Frage auf, weshalb wir eigentlich nicht mit den Neujahrsvorsätzen aufhören, und geht so dem Problem des «Aufhörens» nach: So zeigt der Soziologe Graham Crow, dass das Aufhören kein simpler Entschluss ist, sondern ein komplexer sozialer Prozess darstellt. Das Beenden der beruflichen Karriere etwa wird vom Umfeld beeinflusst und durch Nostalgie oder Selbstenttäuschung hinausgezögert. Man klammert sich an vergangene Erfolge und hofft, dass es sich noch bessert. Weshalb solche Entscheidungen rückblickend dennoch vollkommen logisch erscheinen, wieso das Aufhören ein langwieriger Prozess ist und was sonst noch alles scheinbar beendet wurde, obwohl es weiterbesteht – die Kolumne zeigt es auf. Zur Kolumne!
