Center for Climate Politics, Economics and Law
Das Center for Climate Politics, Economics and Law (C-CPEL) unterstützt und vernetzt die Forschung und Lehre in den Bereichen Klimapolitik, Klimaökonomie und Klimarecht an der Universität Luzern. Das Zentrum wird gemeinsam von der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät getragen. Mit dem Master in Climate Politics, Economics and Law (CPEL) ergänzt das Zentrum das Lehrangebot der Universität Luzern.
CPEL Ringvorlesung - Vom Netto-Null Ziel zur Umsetzung: Klimapolitik, Märkte und Rechtsstaat
Rund zwei Drittel der Schweizer CO₂-Emissionen fallen im Ausland an – im politischen Fokus stehen jedoch vor allem Reduktionen im Inland.
Zum Auftakt der Ringvorlesung «Vom Netto-Null-Ziel zur Umsetzung: Klimapolitik, Märkte und Rechtsstaat» des Centers for Climate Politics, Economics and Law sprach Thomas Bernauer, Professor für Politikwissenschaften an der ETH Zürich, über den Stand der Schweiz auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel. Dabei thematisierte er die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung wirksamer Massnahmen sowie mögliche Wege zur Zielerreichung.
Zwischen 1990 und 2023 hat sich das Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung von den CO₂-Emissionen entkoppelt. Die Gesamtemissionen sanken um 26 Prozent, während die Pro-Kopf-Emissionen um 44 Prozent – von 8,3 auf 4,6 Tonnen CO₂-Äquivalente – zurückgingen. Auch die Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandprodukts reduzierten sich deutlich, um 57 Prozent von 122 auf 53 Gramm pro Franken.
Trotz dieser Fortschritte bleibt der Handlungsbedarf gross. Ein erheblicher Teil der verbleibenden Emissionen lässt sich derzeit nur zu hohen Kosten oder durch politisch schwer durchsetzbare Verhaltensänderungen reduzieren. Der Luftverkehr illustriert diese Problematik exemplarisch: Abgesehen von Kurzstrecken bestehen kaum Alternativen zum Fliegen, während nachhaltigere Treibstoffe teuer sind und ein Verzicht auf Flüge auf geringe Akzeptanz stösst.
Zur Erreichung der Klimaziele plädiert Bernauer unter anderem für eine umfassendere Erfassung von Emissionen grösserer Unternehmen und Organisationen. Neben direkten Emissionen (Scope 1) sollten auch indirekte Emissionen aus Energiebezug (Scope 2) sowie entlang der Lieferketten (Scope 3) berücksichtigt werden. Mögliche Instrumente umfassen die Einbeziehung von Scope‑3-Emissionen in die inländischen Netto-Null-Ziele oder eine CO₂-Bepreisung an den Grenzen, wie sie die EU mit dem Carbon Border Adjustment Mechanism vorsieht. Auf den Vortrag folgen zahlreiche Fragen aus dem Publikum.



