«Reine Haut»

Katharina Bursztyn untersucht in ihrer nun veröffentlichten Dissertation das Ideal der «reinen Haut» in der Schweizer Werbung von 1890 bis 1950. Die Dissertation entstand im vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekt «Reinheit verkaufen».

Was verraten Seifenreklamen über gesellschaftliche Normen? Das Buch widmet sich dem Ideal der «reinen Haut» in deutschschweizerischer Werbung vom Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts und zeigt, wie eng Reinheitsvorstellungen mit Körperbildern, Geschlecht und sozialen Wertungen verflochten waren.

Die geschichtswissenschaftliche Analyse stützt sich dabei auf Theorien der Medien- und Geschlechterforschung und wertet eine Fülle an Werbematerial in drei Zeitabschnitten aus. Sie eröffnet darüber hinaus seltene Einblicke in die Werbeproduktion – etwa anhand von Archivmaterial der Savonnerie Sunlight, der ersten kontinentaleuropäischen Lever-Tochter. So zeichnet das Buch den Weg der Werbung von der Produktion bis zur Rezeption nach. Die gewählte Perspektive auf ein bislang wenig beachtetes Ideal eröffnet zudem neue Zugänge zum Wechselspiel von Konsum, Normierung und gesellschaftlichem Selbstbild im frühen 20. Jahrhundert.

Bei der Studie handelt es sich um die veröffentlichte Dissertation von Katharina Bursztyn, entstanden im vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekt «Reinheit verkaufen» unter der Leitung von Geschichtsprofessor Valentin Groebner.

Bereits publiziert wurde eine zweite in diesem Rahmen entstandene Doktorarbeit: «Heilige Milch und irdische Geschäfte» von Tiziana Bonetti über die Reinheit der Marienmilch und ihre Erfolgsgeschichte in Mittelalter und Früher Neuzeit (Schwabe, Basel 2025). Beide Publikationen sind auch Open Access verfügbar: «‹Reine Haut›» und «Heilige Milch und irdische Geschäfte».
 

Katharina Bursztyn
«Reine Haut». Ein Ideal deutschschweizerischer Werbung, 1890–1950
Wallstein Verlag, Göttingen 2026
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