Nonmonogamie im gegenreformatorischen Luzern
"Du sollst keine Ehebrecherinnen steinigen."
Das "Gleichnis der Ehebrecherin" ist eine vielzitierte Bibelstelle, die sich auch als Kunstmotiv hoher Beliebtheit erfreute: Sex and crime in a nutshell. So durfte die Szene nicht fehlen auf dem Bilderweg der Hofbrücke, der im 16. Jahrhundert in Luzern entstand. Welche Vorstellungen von Intimität, Moral und gerechter Strafe werden darin transportiert?
Mit einem genauen Blick auf das Bild werden gängige Rollenbilder von "Huren und Heiligen" hinterfragt. Wie entstehen daraus wirkmächtige Vorbilder? Bibelgeschichten zeugen davon, wie sich unsere Leben in 'grosse Erzählungen' hineinorganisieren. Träumen wir von der romantischen Traumhochzeit - oder einem grossen, heldenhaften Abenteuer?
Märchenhafter Heterosexismus wirkt so natürlich, dass Alternativen utopisch scheinen. Doch die Geschichte hält noch ganz andere Geschichten parat: Das «war nicht immer schon so», und es muss auch nicht immer so sein. Geschichten der sündigen Magdalena und jungfräulichen Maria brechen mit Normalitätserwartungen und öffnen ganz neue Denkhorizonte.
Das Bild zum Vortrag: https://zentralgut.ch/image/SALU_230103Kdm084a/
Dr. des. Sahra Lobina, 29. April 2026, 18.00 Uhr, Museum Luzern, Haus Pfistergasse.
Diese Veranstaltung findet statt im Rahmen der Vortragsreihe «Verbotene Gedanken»
https://www.hslu.ch/de-ch/design-film-kunst/aktuelles/agenda/verbotene-gedanken/
