Peter G. Kirchschläger, Professor für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE, erhält für von ihm geleitete Projekte Drittmittel zugesprochen. Mit insgesamt 330'000 Franken werden die "Lucerne Summer University" sowie Forschung zur Reflexion von Gewalt als politischem Protest ermöglicht.

Die Teilnehmenden der ersten "Lucerne Summer University: Ethics in a Global Context" 2018

Die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt die unter dem Patronat der UNESCO stehende "Lucerne Summer University: Ethics in a Global Context" mit 290'000 Franken. Damit ist die Organisation und Durchführung für die nächsten Jahre gesichert. Das zweite Projekt, "Gewalt – Protest – Ungleichheit aus ethischer Perspektive", erfährt mit 40'000 Franken Förderung durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

Praxisnah und interdisziplinär

Die von Juliette Wyler am ISE koordinierte "Lucerne Summer University" lädt diesen Sommer bereits zum zweiten Mal Masterstudierende, Doktorierende und Post-Docs nach Luzern ein. Vom 3. bis 8. Juni befassen sich Teilnehmende aus aller Welt mit ethischen Fragen in einem globalen Kontext. Wie Peter G. Kirchschläger, Direktor der Summer University, erklärt, suchen die Studierenden im Rahmen von Vorlesungen, Seminaren, Workshops, Diskussionen und Exkursionen nach Lösungen für moralische Herausforderungen sowie wiederum nach Möglichkeiten zu deren Realisierung. Durch Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen (Newsmeldung vom 13. Dezember 2018) profitieren die Teilnehmenden von einem praxisnahen und interdisziplinären Programm.

Die Stiftung Mercator Schweiz setzt sich für eine weltoffene und engagierte Gesellschaft ein, die verantwortungsvoll mit der Umwelt umgeht und allen jungen Menschen die Möglichkeit bietet, ihr Potenzial zu entfalten. Dafür initiiert und fördert sie Projekte in den Bereichen Bildung, Verständigung, Mitwirkung und Umwelt.

Internationale Zusammenarbeit

Das Projekt "Gewalt – Protest – Ungleichheit aus ethischer Perspektive" strebt nach einer aus ethischer Sicht betriebenen Reflexion des gegenwärtig weltweiten Phänomens von Gewalt als Form des politischen Protests. Die Drittmittel werden zur Konzeption und Planung einer internationalen Zusammenarbeit in ethischer Forschung und Lehre verwendet. Zunächst erfolgt eine sorgfältige Recherche über die themenspezifischen Publikationen. Auf dieser Basis werden mögliche Kooperationen geprüft.

Das Forschungsprojekt will die Begriffe "Gewalt", "Protest" und "Ungleichheit" von einem ethischen Standpunkt aus zueinander in Bezug setzen. Zudem wird nach den Gründen dieses Phänomens gefragt und nach ethisch vertretbaren Antworten gesucht. Dabei soll unterschieden werden zwischen Demonstrationen als Teil eines demokratischen Meinungsbildungs- und Entscheidungsfindungsprozesses und dem Risiko einer Instrumentalisierung durch gewaltbereite Gruppierungen für deren eigene Zwecke.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung ist das Kompetenzzentrum des Bundes für national und international ausgerichtete Fragen in diesem Bereich. Im Kontext der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation vergibt der Bund Beiträge für entsprechende Projekte.

21. Februar 2019