Am 4. Oktober 2020 verstarb der Theologe Dr. Markus Arnold, der vor seiner Pensionierung viele Jahre als Dozent und Studienleiter am Religionspädagogischen Institut der Universität Luzern tätig gewesen war, infolge eines Badeunfalls. 

Dr. Markus Arnold im Jahr 2018. (Bild: Martin Spilker)

Die Universität Luzern nimmt Abschied von einem engagierten Theologen: Am 4. Oktober verstarb Dr. Markus Arnold. Der 1953 geborene Theologe hatte in Zürich, Chur und Fribourg Pädagogik sowie Theologie mit Schwerpunkt Theologische Ethik studiert. Von 1981 bis 1992 war Dr. Markus Arnold Religionslehrer am Gymnasium Hohe Promenade in Zürich, von 1988 bis 1999 leitete er die Gemeinde Oberrieden am Zürichsee, ab 1992 lehrte er Moraltheologie, später Theologische Ethik am Religionspädagogischen Institut Luzern (RPI; vormals Katechetisches Institut Luzern, KIL). Ab 1999 wirkte er als Studienleiter.

Ethiker mit grossem Engagement in der Gemeindekatechese

Prof. Dr. Robert Vorholt, Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Luzern, würdigt Dr. Markus Arnold wie folgt: "Neben der Ethik galt sein Engagement immer auch der Gemeindekatechese. Er war einer der Pioniere der Firmung 17+, welche sich heute in der Deutschschweiz weitgehend durchgesetzt hat. Als Ethiker gilt sein Interesse besonders dem Sakrament der Busse und Versöhnung, insbesondere der Verbindung zwischen klassisch moraltheologischen Fragestellungen zu den gemeindekatechetischen Erfordernissen unserer Zeit. In seiner Abschiedsvorlesung zeigte Markus Arnold im Juni 2018 auf, wie die Engführung der gegenwärtigen Busspraxis zugunsten einer befreienden Praxis aufgebrochen werden kann. Zwischen einem fragwürdigen Festhalten an der Kinderbeichte und der blossen Verdrängung der Beichte aus dem kirchlichen Leben kam es Markus Arnold darauf an, die kirchliche Busstradition als 'Way of Life' in ihrem Wert für den heutigen Menschen in der heutigen Welt wiederzuentdecken."

"Nach seiner Pensionierung widmete sich Markus Arnold erneut als Gemeindeseelsorger der Verkündigung des Evangeliums und dem Dienst an den Menschen. Seinem theologischen Anliegen blieb er durch die Herausgeberschaft eines Buches zur Busspastoral treu, das in diesen Tagen unter dem Titel 'Versöhnungskultur. Busswege und Versöhnungsfeiern in der Gemeinde' erscheinen wird. Markus Arnold war ein österlicher Mensch. Nicht zuletzt seinen Studierenden, die ihm sehr am Herzen lagen, war er ein Zeuge des Evangeliums. Diese seine Hoffnung mag uns in diesem traurigen Augenblick trösten. Unser herzliches Mitgefühl gilt der Familie des Verstorbenen und allen, die um ihn trauern. Das johanneische Osterevangelium notiert, dass in der Frühe des Morgens der Auferstandene an den Ufern des Sees von Tiberias steht und auf die Seinen wartet. Möge Markus Arnold in dieser Gemeinschaft die Fülle des Lebens finden", so Prof. Dr. Vorholt. 

Der Gedenkgottesdienst der Theologischen Fakultät findet am Montag, 14. Dezember 2020, um 18.30 Uhr in der Jesuitenkirche Luzern statt.

7. Oktober 2020