Die Universität Luzern schafft ein neues Zentrum für Komparative Theologie. Der Fokus wird beim Vergleich der drei abrahamitischen Religionen Christentum, Judentum und Islam liegen. Dafür wird eine befristete Assistenzprofessur für Islamische Theologie geschaffen.

Die Symbole von Judentum, Christentum und Islam im Raum der Stille an der Universität Luzern

Komparative Theologie betrachtet andere Religionen sowohl aus einer Innensicht als auch mit dem Blick des Anderen. Sie bildet dadurch die Grundlage für einen Dialog auf Augenhöhe. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. Das ermöglicht ein besseres Verständnis der eigenen und der anderen Religion. Dafür besteht ein deutlicher Bedarf vonseiten der katholischen Theologie. Aktuell steht dabei die islamische Theologie im Vordergrund. Das Zentrum für Komparative Theologie soll durch Forschung und Weiterbildungsangebote diesen Bedarf abdecken, den interreligiösen Dialog fördern und damit dazu beitragen, starre religiöse Fronten aufzuweichen.

Komparative Theologie stellt eine Facette des interreligiösen Dialogs dar. Sie trägt zum gesellschaftlichen Frieden bei, indem sie die Vielfalt islamischer und anderer religiöser Sichtweisen aus jüdischer, christlicher und islamischer Sicht reflektiert und ihre Ergebnisse auch in die breite Öffentlichkeit vermittelt. Angebote in Komparativer Theologie existieren bisher keine an einer Schweizer Theologischen Fakultät. Der methodische Ansatz ist in den USA aber seit längerer Zeit etabliert. Im deutschsprachigen Europa gibt es vergleichbare Angebote an den Universitäten von Paderborn und Salzburg.

Im Rahmen des Zentrums für Komparative Theologie wird eine Assistenzprofessur für Islamische Theologie geschaffen. Diese ist auf fünf Jahre befristet und wird vollständig durch Drittmittel finanziert durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Das Zentrum für Komparative Theologie passt zum Profil der Theologischen Fakultät, wo der interreligiöse und ökumenische Dialog einen wichtigen Platz hat. Es bildet die Ergänzung zum Institut für Jüdisch-Christliche Forschung und zum Ökumenischen Institut.

Auskunft:
Prof. Dr. Martin Mark, Dekan der Theologischen Fakultät, 041 229 52 68, martin.markremove-this.@remove-this.unilu.ch

Hinweis: Die ursprünglich publizierte Mitteilung wurde präzisiert (Neu: Angebote in Komparativer Theologie existieren bisher keine an einer Schweizer Theologischen Fakultät. Bisher: Angebote in Komparativer Theologie existieren bisher keine in der Schweiz.)

6. Juli 2016