Forschende der Universität Luzern haben vom Schweizerischen Nationalfonds mehr als eine halbe Million Franken Drittmittel eingeworben. Unterstützt werden Projekte aus allen drei Fakultäten.

Leiten die Forschungsprojekte: Prof. Dr. Verena Lenzen, Prof. em. Dr. Enno Rudolph und Prof. Dr. Bernhard Rütsche.

Es handelt sich um Gelder in der Höhe von total rund 555'000 Franken, die für die Durchführung von Forschungsprojekten an der Universität Luzern gesprochen wurden.

Diese sind am Institut für Jüdisch-Christliche Forschung IJCF (Theologische Fakultät/Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät KSF), am Philosophischen Seminar (KSF) und im Bereich des Gesundheits- und Medizinrechts (Rechtswissenschaftliche Fakultät) angesiedelt.

 

Die unterstützten Projekte:

Die Konferenz von Seelisberg (1947) als ein internationales Gründungsereignis des jüdisch-christlichen Dialogs im 20. Jahrhundert

  • Projektleiterin: Prof. Dr. Verena Lenzen, Institut für Jüdisch-Christliche Forschung IJCF
  • Eingeworbene Summe und Laufzeit: 356'000 Franken, 36 Monate
  • Projektbeschrieb: Im Mittelpunkt des Projekts steht die "International Conference of Christians and Jews", auch "Emergency Conference on Anti-Semitism" (Dringlichkeitskonferenz gegen Antisemitismus) genannt, die vom 30. Juni bis 5. August 1947 in Seelisberg im Kanton Uri stattfand. 65 prominente Vertreter jüdischer und christlicher Organisationen nahmen an der Internationalen Konferenz der Christen und Juden in der Schweiz teil und formulierten zehn Thesen zu einer neuen Verhältnisbestimmung von Christentum und Judentum. Zweck und Ziel der Seelisberg-Konferenz war die Bekämpfung des Antisemitismus, die Überarbeitung der christlichen Lehre und Theologie und die Aufnahme des jüdisch-christlichen Gesprächs. Sowohl die Entstehungsgeschichte als auch die Wirkungsgeschichte der Seelisberg-Konferenz in ihrem nationalen und internationalen Radius wird in den Blick genommen.  

Neuedition: Machiavelli "Il Principe/Der Fürst" it./dt. Mit Einleitung und Kommentar

  • Projektleiter: Prof. em. Dr. Enno Rudolph, Philosophisches Seminar
  • Eingeworbene Summe und Laufzeit: 58'000 Franken,  12 Monate (Verlängerung eines bestehenden SNF-Projekts)
  • Projektbeschrieb: "Machiavelli war kein Machiavellist": Darüber herrscht in der Forschung längst Einigkeit. In der öffentlichen Wahrnehmung indes gilt Niccolò Machiavelli – hoher Amtsinhaber im Florenz des 15. Jahrhunderts, Historiker von Rang und politischer Theoretiker von enormem Einfluss – nach wie vor als der Urheber der politischen Regel, der zufolge der Zweck die Mittel heilige. Im Kontext des Gesamtwerks Machiavellis erscheint die Schrift, der er seine ungebrochen hohe Aktualität verdankt, allerdings in anderem Licht: "Il Principe" enthält keine Rezeptur für den Machtgewinn und -erhalt von Tyrannen. Vielmehr handelt es sich um einen neuartigen Fürstenspiegel mit taktischen Anweisungen, um das damals zersplitterte Italien mit harter Hand zu einer einzigen Republik zu gestalten. Die von Prof. em. Enno Rudolph mit Dr. Marzia Ponso (Turin) vorbereitete kritische Edition wird den berühmten Text in neuer Übersetzung – versehen mit detailliertem Kommentar und ausführlicher Einleitung – zweisprachig präsentieren.  

Regulierung von Entscheidungen am Lebensende

  • Projektleiter: Prof. Dr. Bernhard Rütsche, Lehrstuhl Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie
  • Eingeworbene Summe und Laufzeit: 140'000 Franken, 28 Monate 
  • Projektbeschrieb: Im Zentrum steht die Frage: Wie kann rechtlich sichergestellt werden, dass am Lebensende in Heimen und Spitälern Entscheidungen getroffen werden, die im besten Interesse der betroffenen Personen liegen und soweit wie möglich deren Willen respektieren? Im Allgemeinen Teil des Projekts werden die für Entscheidungssituationen am Lebensende relevanten Menschenrechte und ihre Konkretisierungen in der Rechtsprechung untersucht, wobei auch der ethische Diskurs über das gute Sterben einbezogen wird. Der Besondere Teil setzt sich mit konkreten Problemkonstellationen auseinander, welche sich im Rahmen einer bereits durchgeführten qualitativen sozial-empirischen Studie als praktisch relevant herauskristallisiert haben. Dabei wird untersucht, ob zur Verwirklichung der Menschenrechte am Lebensende regulatorische Vorkehren zu treffen sind und wie solche Regulierungen aussehen könnten. 
9. November 2015