Eritreische Tewahedo-Kirche St. Maria
Im Kanton Luzern gibt es drei eritreisch-orthodoxe Gemeinschaften in Luzern, Kriens und Emmenbrücke.
Seit etwa 2007 trafen sich einzelne Gläubige für Bibelstunden in verschiedenen Räumlichkeiten, teils privat, teils in der Kirche Bruder Klaus in Emmenbrücke. Seit 2011 besteht ein Vertrag mit der Kirchgemeinde Bruder Klaus in Emmenbrücke über die Nutzung der Kirche und des Pfarreiheims.
Zweimal im Monat leiten Priester Ermias und mindestens ein weiterer Priester jeweils am Samstag früh einen Gottesdienst. Im Anschluss findet dann am späten Vormittag das gemeinsame Frühstück und mit Bibelstunde und anderen gemeinschaftlichen kurzen Tagesordnungspunkten statt.
Die Gottesdienste werden von knapp 200 Gläubigen aller Altersgruppen besucht. Ausserhalb dieser Gottesdiensttage findet monatlich im Rahmen der Sonntagsschule eine gesonderte Veranstaltung mit Bibelstunde, Chorproben und Ähnlichem statt.
Ein bis zwei Mal jährlich findet das Jahresfest in Gedenken der Schutzpatronin Maria statt. Zu diesen Feiern reisen viele Gläubige aus der Schweiz, aber auch europaweit an. Abgerundet wird die Feier unter liturgischen Gesängen mit einer grossen Prozession der Bundeslade um die Kirche.
Die eritreisch-orthodoxe Tewahedo-Gemeinschaft in Emmenbrücke wird von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet. Sie ist von der Tewahedo-Kirche in Eritrea wie auch vom Staat Eritrea anerkannt.
Die eritreisch-orthodoxe Kirche entstand im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitsbewegung Eritreas von Äthiopien. Mit der Einsetzung des Patriarchen Philippos durch den koptischen Papst Schenuda III. im Jahr 1998 gilt dieser Prozess als vollendet und die eritreisch-orthodoxe Kirche als eigenständige christliche altorientalische Glaubensgemeinschaft. In Eritrea wie auch in Äthiopien trägt die orthodoxe Kirche den Namen Tewahedo («Einheit»).
Eritreische Flüchtlinge und Einwanderer brachten ihren Glauben mit in die Schweiz. Im Kanton Luzern leben mehr als 2000 Eritreer, von denen die Mehrheit orthodox ist. Manche besuchen katholische oder andere Gottesdienste auf Deutsch, die meisten Gläubigen gehen aber in einen Gottesdienst, in dem die Liturgie in der Kirchensprache Ge’ez gefeiert wird, während Predigt und Lieder in der Landessprache Tigrinya sind.
Die Religionsfreiheit in Eritrea ist stark eingeschränkt. Die Regierung nimmt insbesondere seit etwa 2004 starken Einfluss auf die Tewahedo-Kirche. Sowohl in Eritrea als auch im Ausland opponierte ein Teil der Würdenträger und der Kirchenmitglieder dagegen. In diesem Zusammenhang spaltete sich die eritreisch-orthodoxe Kirche im Kanton Luzern 2010/2011. Als Oberhaupt der Tewahedo-Kirche in Asmara, Eritrea, amtet seit Januar 2025 Patriarch Basilios. Für die Gemeinschaft in Emmenbrücke ist der in Italien residierende Bischof zuständig.
Eritreische Tewahedo-Kirche St. Maria
c/o Pfarrei Bruder Klaus
Hinter Listrig 1
6020 Emmenbrücke
Kontaktperson: Yafit Goitom, E-Mail
Instagram: hidar_tsion_luzern
Wiegand, Remo: «Glaube gibt Halt in der Fremde», Luzerner Zeitung, 8. November 2015. Online.