Wenn die Medizin an ihre Grenzen stösst – was dann?
Diese zentrale Frage der Vergeblichkeit in der Medizin (Medical Futility) stand im Mittelpunkt der 3. Luzerner Fachtagung Palliative Care vom 11. Juni 2026. Gemeinsam mit über 150 Fachpersonen aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen wurde sie aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, diskutiert und weitergedacht.
Einen kraftvollen und zugleich differenzierten Einstieg gestaltete Dr. sc. Corina Wirth (Geschäftsleiterin, palliative.ch). In ihrer Begrüssungsrede thematisierte Dr. Wirth das unterschiedliche Verständnis zentraler Fachbegriffe in der Palliative Care und deren fehlende Verankerung im Krankenversicherungsgesetz. Sie betonte, dass Sprache Wahrnehmung und Bedeutung prägt und hob zugleich hervor, dass die Dynamik und Offenheit des Fachgebiets auch als Stärke verstanden werden kann. Damit setzte sie den Ton für einen Tag, der geprägt war von fachlicher Tiefe, Offenheit und einem grossen Engagement für die Weiterentwicklung der Palliative Care.
Vielfältige Perspektiven auf Medical Futility
Zu den Höhepunkten der Fachtagung zählten Keynotes von Prof. Dr. med. Steffen Eychmüller (Chefarzt Palliative Care am Universitären Zentrum für Palliative Care des Inselspitals, Universitätsspital Bern, sowie ausserordentlicher Professor für Palliativmedizin an der Universität Bern) und Prof. Dr. iur. Regina Aebi-Müller (Ordentliche Professorin für Privatrecht und Privatrechtsvergleichung sowie Gründungsmitglied und Mitglied der Geschäftsleitung des Zentrums für Recht und Gesundheit (ZRG) an der Universität Luzern). Sie beleuchteten medizinische, rechtliche wie auch ethische Dimensionen.
Vertieft wurde der Schwerpunkt der Fachtagung in fünf praxisnahen Workshops zu den Themen Palliative Pädiatrie, Kommunikationsempfehlungen, Futility in der Geriatrie, das Spannungsfeld zwischen Möglichkeit und Sinn sowie ethische Aspekte bei Medical Futility. Die Teilnehmenden diskutierten engagiert, tauschten Erfahrungen aus und entwickelten gemeinsam konkrete Ansätze für den Berufsalltag.
Eine Podiumsdiskussion mit den Workshopleitenden brachte die unterschiedlichen Perspektiven zusammen und bot Raum für kritische Reflexion.
Abgerundet wurde die Tagung durch zahlreiche informelle Gespräche, Begegnungen und neue Vernetzungen, die den Tag bereichert haben.
Interdisziplinarität in Organisation und Umsetzung
Die Fachtagung zeigte, wie wichtig der interdisziplinäre Austausch ist, wenn es darum geht, Menschen in komplexen und oft herausfordernden Lebenssituationen bestmöglich zu begleiten.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Referierenden, Workshopleitenden und Teilnehmenden sowie unseren Sponsoren und Ausstellenden für die hohe Qualität, die Offenheit und das grosse Engagement, die diese Veranstaltung ermöglicht haben.

Organisiert wurde die Tagung in enger Zusammenarbeit der Universität Luzern, der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit und XUND Bildung Gesundheit Zentralschweiz in Kooperation mit Palliativ Luzern und Palliative Zentralschweiz.
