Vergabe eines Ehrendoktorates der Theologischen Fakultät

Im Rahmen des Dies Academicus, dem akademischen Feiertag der Universität Luzern, verleiht die Theologische Fakultät die Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. iur. et Dr. iur. can. Mary McAleese.

Am Donnerstag, 3. November 2022 findet der diesjährige Dies Academicus der Universität Luzern statt. Im Rahmen der Feierlichkeiten wird die Theologische Fakultät Frau Professorin Dr. iur. et Dr. iur. can. Mary McAleese die Würde einer Doktorin der Theologie honoris causa verleihen. Die Fakultät will so ihre hohe Anerkennung aussprechen für das wissenschaftliche Engagement der verehrten Kollegin, das geprägt ist von der Notwendigkeit, die im Völkerrecht verankerten Rechte der Kinder innerhalb der katholischen Kirche und darüber hinaus zur Entfaltung zu bringen.

Die persönliche Entgegennahme der Ehrendoktorwürde durch die geehrte Wissenschaftlerin bedeutet auch eine hohe Auszeichnung für die Theologische Fakultät der Universität Luzern. In einem Festvortrag wird Mary McAleese auf ihr leidenschaftliches akademisches Engagement eingehen.

Seien Sie zu diesem Festvortrag am Dies Academicus 2022 herzlich willkommen!

 

Prof. Dr. iur. et Dr. iur. can. Mary McAleese

Mary McAleese ist Juristin und Rechtsanwältin, war Direktorin des Instituts für Professional Legal Studies an der Queen’s University in Belfast und auch als erste Frau Prorektorin an dieser Universität. Von 1997 – 2011 war sie Staatsoberhaupt der Republik Irland und ist seit 2018 als Professor of Children, Law and Religion an der Universität von Glasgow tätig. Als gebürtige Nordirin ist es ihr ein stets präsentes Herzensanliegen, nach Kräften zur Aussöhnung und zum Frieden beider irischen Landesteile beizutragen.

In ihrer Forschung legt sie den Fokus auf die durchsetzbaren Schutzrechte der Kinder und die Freiheitsrechte aller Gläubigen. In ihrer Dissertation Children’s Rights and Obligations in Canon Law fragt sie nach den Rechten von Kindern im Kirchenrecht, wobei sie die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 ins Zentrum stellt. Die Motivation dazu bot der sexuelle Missbrauchs-Skandal, der Irlands Gesellschaft erschütterte. In einem Interview sagt sie dazu: «In keinem einzigen Fall des sexuellen Missbrauchs war das Kirchenrecht in der Lage, etwas für die Opfer zu tun.» Dagegen bietet der Genfer Überwachungsausschuss für die Kinderrechtskonvention ein internationales Forum für Betroffene, um ihre Anklagen gegen die Rechtskirche und die Rechtsstaaten zu Gehör zu bringen, wie McAleese in ihrer kirchenrechtlichen Dissertation zeigt.