UNO: Positives Echo für Vorschlag einer Internationalen Agentur für datenbasierte Systeme (IDA)

Ethik-Professor Peter G. Kirchschläger stellte Ergebnisse seiner Forschung zur Ethik der «Künstlichen Intelligenz» (KI) letzte Woche bei einem Podium des UNO-Menschenrechtsrats in Genf vor – u. a. die Schaffung einer Internationalen Agentur für datenbasierte Systeme (IDA). Diese fand grosse Zustimmung.

Botschafterin Désirée Schweitzer (Ständige Vertreterin Österreichs bei der UNO in Genf) eröffnete im Namen der einladenden Mitgliedstaaten Republik Korea, Dänemark, Republik Singapur, Königreich Marokko und Österreich den «High Level Side Event» der 53. Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats. Das Podium mit dem Titel «Human-rights perspective on what’s next for artificial intelligence and new and emerging technologies» stellte die folgenden Fragen zur Diskussion: Welche Grenzen sollten für KI gelten? Wie kann der Schutz der Menschenrechte gewährleistet werden, wenn KI die menschliche Entscheidungsfindung ersetzt? Was ist die Rolle der UNO?

Vereinte Nationen (Bild: Peter G. Kirchschläger)

Teilnehmende des Podiums waren Volker Türk (UNO-Hochkommissar für Menschenrechte), Karoline Edtstadler (Österreichische Bundesministerin für EU und Verfassung, Mitglied des Internet Governance Forum Leadership Panel), Vint Cerf (Vizepräsident und «Chief Internet Evangelist» bei Google), Abeba Birhane (Assistenzprofessor an der School of Computer Science, University College Dublin und Senior Fellow für vertrauenswürdige KI bei Mozilla), Rasha Abdul Rahim (Direktorin von  Amnesty Tech bei Amnesty International), die Moderatorin des Podiums Bruna Martins dos Santos (Globale Kampagnenmanagerin, Digital Action) und Prof. Dr. Peter G. Kirchschläger.

Internationale Agentur für datenbasierte Systeme (IDA) notwendig

In diesem Rahmen stellte Prof. Dr. Peter G. Kirchschläger Ergebnisse seines mehrjährigen Forschungsprojekts vor, das er als Visiting Fellow an der Yale University, USA, begonnen und als Ethik-Professor und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Universität Luzern abgeschlossen hatte. Das Konzept der menschenrechtsbasierten datenbasierten Systeme stellt die Menschenrechte ins Zentrum der Entwicklung datenbasierter Systeme (DS) und digitaler Transformation. Menschenrechte wie zum Beispiel das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz müssen in allen Stadien der Entwicklung und Anwendung von DS respektiert werden.

Zur Durchsetzung der Menschenrechte im Bereich der DS soll eine globale Aufsichts- und Regulierungsbehörde, die Internationale Agentur für datenbasierte Systeme (International Data-Based Systems Agency IDA) bei der UNO, geschaffen werden – in Analogie zur Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im Nuklearbereich. IDA hat zum Ziel, die Menschenrechte, Sicherheit und friedliche Nutzung von DS zu fördern und dient zusätzlich als Plattform für die globale technische Zusammenarbeit im Bereich der digitalen Transformation und DS.

Zustimmung von UNO-Hochkommissar und Amnesty International

UNO-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk und Rasha Abdul Rahim griffen den Vorschlag einer Internationalen Agentur für datenbasierte Systeme (IDA) bei der UNO nach dem Vorbild der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) auf und forderten die Einrichtung einer solchen neuen Internationalen Agentur für KI-Sicherheit. Die meisten Diskussionsteilnehmenden sprachen sich für diesen Weg aus.

Mehr Informationen zur «International Data-Based Systems Agency» (IDA) und die Möglichkeit, sich zu engagieren: www.idaonline.ch