Durch Drittmittel des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) in der Höhe von rund 616'000 Franken kann zum einen eine Forschung zur Ontologie weitergeführt werden. Zum anderen erhalten zwei Nachwuchsforschende die Möglichkeit, ihre Studien im Ausland zu vertiefen.

Prof. Dr. Giovanni Ventimiglia, Professor für Philosophie an der Theologischen Fakultät, befasst sich in dem von ihm geleiteten Forschungsprojekt mit drei Handschriften aus den Jahren 1636 bis 1648. Die rund 800 Seiten Hörermitschriften von Unterrichtslektionen der Metaphysik wurden im Staatsarchiv Luzern und in der Stiftsbibliothek Engelberg gefunden; sie sind bisher nicht wissenschaftlich ausgewertet. Ventimiglia und sein Team, bestehend aus Dr. Marco Lamanna, Dr. Chiara Paladini und Dr. Alice Ragni, erkennt darin die Möglichkeit, neue Erkenntnisse über die Ontologie zu gewinnen. "Zwischen monastischer und reformierter Metaphysik. Die schweizerische 'Wiege' der Ontologie im Zeitalter der Reformation" wird über drei Jahre mit rund 511'000 Franken gefördert. Thematisch handelt es sich um eine Fortführung des ebenfalls mit SNF-Mitteln unterstützten Projekts "Metaphysik und Ontologie in der Schweiz im Zeitalter der Reformation (1519–1648)". Weitere Informationen

Julia Bänziger forscht für ihr Postdoc-Projekt am Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin zur psychologischen Begleitung von Familien eines Kindes mit einem Herzfehler. In diesem Rahmen trägt sie bisherige Erkenntnisse zur Integration von Hilfsangeboten an Spitälern zusammen, um internationale Richtlinien zu formulieren. Zur Vertiefung ihrer Forschung verbringt Bänziger mithilfe des SNF-Förderinstruments "Early Postdoc.Mobility" einen Forschungsaufenthalt am "Cincinnati's Children Centre for Heart Disease and the Developing Mind" des "Cincinnati Children's Hospital Centre" in Cincinnati (USA) und einen weiteren am "The Heart Centre for Children" im "Children's Hospital Network" in Sydney (AUS). Weitere Informationen

In seiner Dissertation an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät befasst sich Manuel Kreis mit sogenannten "umsatzabhängigen Geldbelastungen". Kreis’ Ziel ist es, eine Übersicht zur rechtlichen Einordnung und Systematisierung dieser Art von Verwaltungssanktion zu erstellen und konzeptionelle Ansätze für einen "allgemeinen Teil umsatzabhängiger Geldbelastungen" im Gesetz auszuarbeiten. Ermöglicht durch ein "Doc.Mobility"-Stipendium, absolviert Manuel Kreis dafür am "Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrech" in Heidelberg (DE) einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt. Weitere Informationen

SNF-Projekt-Förderbeiträge umfassen Saläre für Mitarbeitende, Forschungskosten sowie Mittel für die wissenschaftliche Zusammenarbeit, Vernetzung und Kommunikation. Die Projektleitenden erhalten ihren Lohn von der Universität. Bei "Early Postdoc.Mobility" und "Doc.Mobility" handelt es sich um Karriereförderung-Instrumente. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler können damit ihre Forschungserfahrung im Ausland erweitern. Die Stipendien umfassen einen Beitrag für die Deckung der Lebenshaltungskosten, eine Pauschale für Reisespesen und einen allfälligen Beitrag an die Forschungs- und Kongresskosten sowie an Einschreibegebühren.

Übersicht der zurzeit laufenden Forschungsprojekte an der Universität Luzern

23. Juni 2020