Professur für Philosophie an der Theologischen Fakultät: Über zwei Millionen Franken Forschungsförderung in 4 Jahren

Die Anerkennung der Qualität der Forschung an der Professur für Philosophie der Theologischen Fakultät Luzern findet eine Fortsetzung

Professor Giovanni Ventimiglia erhielt vor Kurzem vom SNF eine Förderung von CHF 511'628 für das Forschungsprojekt "Zwischen monastischer und reformierter Metaphysik: die schweizerische 'Wiege' der Ontologie im Zeitalter der Reformation". Drei exzellente Forschende werden daran arbeiten: Marco Lamanna, Chiara Paladini, Alice Ragni. Dies ist die ideale Fortsetzung des SNF-Forschungsprojekts "Metaphysik und Ontologie in der Schweiz im Zeitalter der Reformation (1519-1648)" (457'158 CHF).

Thematische Forschungsschwerpunkte des Projekts

Im Staatsarchiv Luzern und in der Stiftsbibliothek Engelberg haben Dr. Marco Lamanna und das von Prof. Giovanni Ventimiglia koordinierte Forschungsteam drei umfangreiche Handschriften gefunden, die bisher nicht wissenschaftlich ausgewertet wurden. Es handelt sich um rund 800 Seiten handschriftliche Hörermitschriften von Unterrichtslektionen in Metaphysik, die von den Professoren Konrad Graf und Johannes Vogler im katholischen Jesuitengymnasium Luzern zwischen 1636 und 1648 gehalten wurden. Das Gehörte aufgeschrieben haben Benediktiner des Klosters Engelberg, die in Luzern studierten.

Durch das Studium dieser Schriften kann eine Verbindung zwischen reformierter Metaphysik und monastischer Metaphysik entwickelt werden. Damit ist das durch den Nationalfonds neufinanzierte Forschungsprojekt eine Novität und bietet eine neue Forschungsperspektive zur „Geburt“ der Ontologie. Aus dem Studium der neugefundenen Manuskripte geht hervor, dass ein innovativer Beitrag zu den Studien über die Geschichte der Metaphysik gerade in der Analyse der monastischen Metaphysik liegt, d.h. der Metaphysik, die in den Schulen der Klöster (wie z.B. Engelberg, St. Urban, St. Gallen) unterrichtet wurde. Während über die Metaphysik der Jesuiten und Reformierten schon einiges bekannt ist, besitzen wir wenige oder gar keine Informationen über die Metaphysik, die die Benediktiner und Zisterzienser in der frühen Neuzeit, zum Zeitpunkt der Verbreitung der Reformation und der neuen theologisch-metaphysischen Lehren, entwickelt haben.

Über zwei Millionen Franken

Die SNF-Mittel für diese Forschung sind zu anderen Mittel hinzuzufügen, die die Professur über die letzten vier Jahre - d.h. seitdem Prof. Ventimiglia die Professur für Philosophie an der TF leitet - von akademisch akkreditierten Institutionen, wie dem Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (competitive research) und Swissuniversities erhalten hat.

Von 2017 bis heute erhielten Prof. Ventimiglia und Dr. Philipp Blum, der u.a. für das SNF-Projekt "Being without Foundations" (CHF 829'000) verantwortlich ist, von diesen Institutionen insgesamt mehr als zwei Millionen Franken, nämlich: 2'182'676 CHF.

Die Philosophie der Religionen

Der rote Faden, der viele dieser Forschungen verbindet, ist die Philosophie der Religionen.

Die Philosophie der Religionen (Genitivus subjectivus) ist das Studium der von den Religionen beeinflussten Philosophien (z.B. islamische Philosophie, jüdische Philosophie, christliche Philosophie, katholische Philosophie, christliche Philosophie, protestantische Philosophie, reformierte Philosophie u.s.w.), und ihrer historischen Beziehungen und gegenseitigen Einflüsse.

Die Philosophie ist schon ihrer Natur nach ein dialogisches Fach. Die Philosophie der Religionen ist ein doppelt dialogisches Fach. Das Studium des historisch schon stattgefundenen Dialogs zwischen der verschiedenen Philosophien innerhalb der diversen Religionen spielt eine wesentliche Rolle im Bereich des ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialogs.

4. Mai 2020