Judentum und Christentum im Dialog: neuer Studiengang erfolgreich gestartet

Der neue Studiengang «Jüdisch-Christliche Beziehungen» ist erfolgreich gestartet: In diesem Herbstsemester haben acht Personen das Studium an der Theologischen Fakultät aufgenommen. Die Studienleitung zieht eine erste Bilanz.

Ein Dach, zwei Türen: Die speziellen Doppeltürhäuser in Lengnau und Endingen (AG) aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind architektonische Zeugnisse und zugleich Sinnbild für ein friedliches jüdisch-christliches Zusammenleben. (Bild: ©Roy Oppenheim)

Mit dem Herbstsemester 2026 ist der neue Studiengang «Jüdisch-Christliche Beziehungen» erstmals gestartet. Acht Studierende haben das Studium im Fern- oder Präsenzmodus aufgenommen. Der Studiengang wird von Prof. Dr. Christian M. Rutishauser SJ, Professor für Judaistik und Theologie und Leiter des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung (IJCF), verantwortet. 

«Ich freue mich sehr über den guten Start», sagt Rutishauser. «Die starke Motivation der Studierenden, sich mit dem jüdischen Glauben, seiner Lehrtradition und Geschichte auseinanderzusetzen und diese in den Dialog mit der christlichen Tradition zu stellen, ist beeindruckend.» Die Gespräche in den Seminaren hätten ein beachtliches Niveau, auch wenn das Vorwissen sehr unterschiedlich sei. «Man hilft einander zu verstehen.»

Vielfältige Hintergründe und persönliche Motive

Die Studierenden bringen unterschiedliche fachliche Hintergründe mit, wie Dr. Martin Steiner, Studienleiter, erläutert: Einige kommen aus der Philosophie oder Theologie, andere aus der Wirtschaft oder der Medizin. Auch persönliche Fragen zur eigenen Identität und der Wunsch, Judentum und Christentum besser zu verstehen, spielen bei der Wahl des Studiengangs eine Rolle.

So auch bei Paula Gmeiner-Bär, Masterstudentin: «Als Christin möchte ich jüdische Glaubens- und Lebenswelten besser kennenlernen und die jüdischen Wurzeln meines eigenen Glaubens tiefer verstehen und wissenschaftlich reflektieren. So kann ich mich in einen fundierten, konstruktiven Dialog einbringen, der angesichts aktueller Ereignisse besonders wichtig ist.» Ihr erster Eindruck sei sehr positiv: «Die Studierenden und Dozierenden bringen vielfältige Erfahrungen und spannende Zugänge zu den Themen mit, sodass wir mit- und voneinander lernen.» Dank des Fernmodus studiert sie ortsunabhängig, sodass sie das Studium gut mit ihrem Arbeitsalltag verbinden kann.

Der Studiengang ist modular aufgebaut, sodass die Studierenden ihre Seminare und Vorlesungen selbst zusammenstellen können. Im ersten Studienjahr stehen unter anderem ein Seminar zu den Gleichnissen Jesu mit der jüdischen Neutestamentlerin Prof. Amy-Jill Levine als Gastprofessorin, ein Seminar zur Beschneidung im Judentum sowie eine Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus auf dem Programm. «Besonders freue ich mich auf ein Seminar im nächsten Frühjahr in Rom: ‹Der Vatikan und die Juden›», so Rutishauser.

Online-Infoanlass

Die nächsten Online-Infoanlässe finden am Dienstag, 3. November 2026 und Montag, 11. Januar 2027, 17.00 Uhr statt. Ein Studienbeginn ist im Herbst- oder Frühjahrssemester möglich. Weitere Informationen zum Bachelor und Master.