Über 400 Gäste durfte Dr. Josef Ackermann an der Universität Luzern begrüssen. Er referierte zum Thema "Zerstörerische Schöpfung: Lehren aus der Finanzkrise und die Zukunft Europas".

Der Verwaltungsratspräsident der Bank of Cyprus beendete seinen Vortrag mit der Feststellung, dass sich die Frage, ob die Europäische Union und die Europäische Währungsunion von den nachfolgenden Generationen am Ende als schöpferische Zerstörung oder zerstörerische Schöpfung betrachtet werden würden, heute noch nicht endgültig beantworten liesse. Was sich jedoch schon heute sicher sagen liesse, sei, dass Letzteres für Europa einer Katastrophe historischen Ausmasses gleichkäme. Es würde heissen, dass der Kontinent der Aufklärung und der Industrialisierung, die Geburtsstätte der westlichen Kultur, global betrachtet, insbesondere im Vergleich zu den grossen Akteuren USA und China, in der Bedeutungslosigkeit versinken würde. Europa sei für sein Glück zur Einheit verdammt. Nach dem Brexit gelte dies mehr als je zuvor. Aber erforderlich sei weniger eine institutionelle Einheit als eine ideelle Eintracht.  

Gesamte Rede Dr. Josef Ackermann (PDF)


Der Vortrag von Dr. Josef Ackermann fand im Rahmen der Reichmuth & Co Lectures statt – eine Vortragsreihe der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, an der Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu aktuellen Themen wie dem Euro, der Masseneinwanderungsinitiative, der Schuldenbremse oder der Geldpolitik referieren.

5. September 2017