Im Rahmen des Doktoratsprogramms an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (KSF) der Universität Luzern findet diesen Herbst erstmals die "Lucerne Master Class" statt. Für diese einwöchige Blockveranstaltung konnte die international bekannte Wissenschaftlerin und Gesellschaftstheoretikerin Prof. Dr. Nancy Fraser von der New School for Social Research in New York gewonnen werden. Am Dienstag, 15. Oktober hält Fraser einen öffentlichen Vortrag an der Universität Luzern.

Das Doktoratsprogramm "Graduate School of Humanities and Social Sciences at the University of Lucerne" (GSL) besteht seit September 2010. Es ermöglicht hoch qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern ein strukturiertes und individuell abgestimmtes Doktoratsstudium.

Von herausragenden Wissenschaftlern profitieren
Vom 14. bis 18. Oktober 2013 findet im Rahmen der GSL erstmals die "Lucerne Master Class" unter dem Titel "Crisis, Critique, Capitalism" statt. Es handelt sich um eine Blockveranstaltung, die speziell auf die Bedürfnisse von Doktorandinnen und Doktoranden zugeschnitten ist und künftig jedes Jahr durchgeführt werden soll. Die "Lucerne Master Class" erlaubt es dem wissenschaftlichen Nachwuchs in der Schweiz und Gästen aus dem Ausland, mit herausragenden nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eigene Projekt zu besprechen und gleichzeitig Einblick in deren Forschung zu erhalten. Damit soll die Qualität der Dissertationsprojekte und das Denken in interdisziplinären Zusammenhängen verbessert werden.

Eines der Ziele der GSL ist die Unterstützung und Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses. Es ist daher erfreulich, dass zwei Drittel der teilnehmenden 15 Studierenden aus der Schweiz, Europa, den USA und Nepal Frauen sind.

Wichtige Stimme der feministischen Theorie
Nancy Fraser ist Henry A. und Louise Loeb Professor of Political and Social Science an der New School for Social Research in New York. Sie ist eine international bekannte und renommierte Gesellschaftstheoretikerin und eine der wichtigsten Stimmen der feministischen Theorie.

Zu ihren viel diskutierten und international bekannten Publikationen gehören "Fortunes of Feminism: From State-Managed Capitalism to Neoliberal Crisis" (2013), "Scales of Justice: Reimagining Political Space in a Globalizing World" (2008) oder "Redistribution or Recognition? A Political-Philosophical Exchange" (2003), zusammen mit Axel Honneth und auch auf Deutsch erhältlich (Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse).

In dem Kurs "Crisis, Critique, Capitalism" wird es darum gehen, alte kapitalismuskritische Modelle (Marx, Polanyi, Habermas) unter Bezug auf neue ökonomische, feministische, ökologische, postkolonialistische und politische Erkenntnisse zu reaktualisieren, ihre Engführungen ausfindig und auf diese Weise eine neue Stufe der Gesellschaftskritik formulierbar zu machen.

Öffentlicher Vortrag am 15. Oktober 
Am 15. Oktober findet eine öffentlicher Vortrag von Nancy Fraser mit dem Titel "Crisis, Critique, Capitalism: Toward an expanded framework for the 21st century" statt. Der Vortrag in englischer Sprache beginnt um 18.15 Uhr im Raum 4.A05 der Universität Luzern.

Weitere Informationen 

Graduate School of Humanities and Social Sciences at the University of Lucerne (GSL)

Dr. des. Christina Cuonz, Wissenschaftliche Geschäftsführerin Graduate School of Humanities and Social Sciences, christina.cuonzremove-this.@remove-this.unilu.ch, 041 229 55 16

Lukas Portmann, Kommunikationsbeauftragter Universität Luzern, 041 229 50 90, lukas.portmannremove-this.@remove-this.unilu.ch

10. Oktober 2013