Das Institut für Juristische Grundlagen – lucernaiuris leistet einen innovativen Beitrag zur Neuorientierung juristischer Grundlagenfächer und zur stärkeren Ausrichtung der juristischen Forschung und Lehre auf vernetzte Grundlagenfragen. Insbesondere fördert das Institut interdisziplinäre Ansätze und fächerübergreifende Kooperationen, die den rechtswissenschaftlichen Diskurs durch neue Perspektiven und Erkenntnisse bereichern.

An der Gründungstagung des Instituts im Oktober 2004 sprach die Rechtshis­torikerin Marie Theres Fögen von den juris­tischen Grundlagenfächern als den ungeliebten Kindern der Rechtswissenschaft, deren Aufgabe es sei, als ‚Troublemaker‘ und nicht als ‚Troubleshooter‘ zu fungieren. Durch ständiges Hinterfragen, Problematisieren und durch kritische Beobachtungen und Rekonstruktionen des Rechts sorgt lucernaiuris für die notwendige permanente Reflexion in der Rechtswissenschaft.

Grundlegend für das Programm des Instituts ist die Überzeugung, dass eine verstärkte Befassung mit den Grundlagenfächern die Chancen auf einen intensiveren wissenschaftlichen Austausch der Rechtswissenschaft mit den geistes- und sozialwissenschaftlichen Nachbarfächern erhöht. Die Bedeutung der trans- und interdisziplinären Zusammenarbeit für die Rechtswissenschaft muss hoch veranschlagt werden, denn potentiell fruchtbare Forschungszusammenhänge entstehen oft dort, wo gewohnte Methoden und Arbeitsweise mit Aussenperspektiven konfrontiert werden. Vor diesem Hintergrund legt lucernaiuris besonderen Wert auf eine methodische und inhaltliche Auseinandersetzung mit weiteren Geistes- und Sozialwissenschaften – verfolgt wird die Schaffung einer fächerübergreifenden Netzwerkstruktur zwischen verschiedenen Professorinnen und Professoren, Lehrstühlen und anderen Instituten, wobei die trans- und interdisziplinäre Methode und die Grundlagenorientierung das einende Element darstellen sollen. Das Institut verfolgt dabei nicht das Ziel einer Kanonisierung bestimmter Grundlageninhalte, sondern versteht sich als Gebilde von Ideen und variierenden Fragestellungen, um auf diese Weise einen fundierten Beitrag zur Lösung aktueller juristischer Problemstellungen in Lehre und Forschung leisten zu können.

Im zweiten Jahrzehnt seines Bestehens ist das Luzerner Institut für Juristische Grundlagen noch eine quirlige und innovative Denkwerkstatt – ein Zentrum für trans- und interdisziplinären Austausch, für die Nachwuchsforderung und die Entwicklung neuer Lehr- und Forschungskonzepte. Darüber hinaus schafft lucernaiuris für die universitäre Forschung eine Infrastruktur, die die Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Universität als auch mit ausseruniversitären Einrichtungen des In- und Auslandes erleichtert und die Betreibung eines aktiven und innovativen Forschungsprogramms ermöglicht.