Die gesteigerte Bedeutung des Sportsponsorings führt unter anderem zu einer Abhängigkeit des Sports von der Wirtschaft. Für ihre Dissertation zu diesem Thema erhielt Anne-Sophie Morand den Schweizerischen Sportrechtspreis der Schweizer Sportrechtsvereinigung.

Dr. Anne-Sophie Morand

Ende 2016 hat Anne-Sophie Morand ihre Doktorarbeit bei Regina Aebi-Müller, Professorin für Privatrecht und Privatrechtsvergleichung, mit dem Titel "Persönlichkeitsrechtliche Schranken im Sportsponsoring" abgeschlossen. Darin befasst sie sich mit der Frage, wie weit Sponsoren in die Persönlichkeit von Sportlerinnen und Sportlern eindringen dürfen und wo die rechtlichen Grenzen liegen. Um dem steigenden finanziellen Aufwand im Sport gewachsen zu sein, sind Sportlerinnen und Sportler, Sportclubs, Verbände und Veranstalter auf Engagements aus der Wirtschaft angewiesen. Sie verpflichten sich zu unterschiedlichsten Sponsoringmassnahmen, welche in der Regel mit Eingriffen in ihre zivilrechtliche Persönlichkeit einhergehen. Diese Persönlichkeitsrechtseingriffe werden dabei oft ohne grossen Widerstand hingenommen. In ihren Ergebnissen führt Morand aus, dass sich viele Sponsoringverträge in einem rechtlichen Graubereich befinden. Nicht immer wird streng überprüft, ob die Gültigkeitsvoraussetzungen einer erforderlichen Einwilligung tatsächlich erfüllt sind oder ob die Eingriffe durch ein überwiegendes Interesse gerechtfertigt werden können – dies wird in der Arbeit anhand zahlreicher Beispiele aufgezeigt.

Wertvoller Praxisbeitrag

Dr. Anne-Sophie Morand ist an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Luzern seit mehreren Jahren Lehrbeauftragte im Bereich Privatrecht. Zuvor hatte sie hier das Studium der Rechtswissenschaften mit einem zweisprachigen Doppelmaster (Luzern/Neuchâtel) abgeschlossen. An der kürzlich erfolgten Verleihung des Sportrechtspreises an der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen lobten Michele Bernasconi, Präsident der Association Suisse de Droit du Sport (ASDS), und Prof. Dr. Ulrich Haas von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich, die Dissertation als wertvollen Beitrag für die Praxis. Mit der Ökonomisierung des Sportes würden Sportlerinnen und Sportler vermehrt abhängig von wirtschaftlichen Interessen. Da auf diesem Gebiet wenige Arbeiten existierten und Athletinnen und Athleten oftmals ungenügend über ihre Persönlichkeitsrechte Bescheid wüssten, trage die Dissertation zum Schutz der Sportlerinnen und Sportler bei.

Massgebende Sportrechtsvereinigung

Die ASDS wurde 1990 gegründet und bildet die wichtigste Sportrechtsvereinigung in der Schweiz. In zweijährigem Rhythmus werden wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Sport und Recht mit dem ASDS-Preis geehrt, um diesen Forschungszweig zu fördern. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von maximal 3000 Franken honoriert, das auf mehrere Arbeiten aufgeteilt werden kann.

22. November 2018