Spitzensport und Studium – Ivo Loepfe ist U23 Europameister

Bachelorstudent Ivo Loepfe ist kürzlich U23-Europameister im Ruder-Zweier geworden. Wie er Training, Wettkämpfe und Studium unter einen Hut bringt und warum das Frühjahrssemester besonders fordernd ist, erzählt er im Interview.

 

Ivo Loepfe (r.) mit Doppel-Partner Constantin Feuerstein nach dem EM-Gewinn

Ivo, du hast an der Universität Luzern den Status «Spitzensport». Was ist die Voraussetzung dafür?

In meinem Fall ist der Status an die Swiss Olympic Card gebunden. Sie ist die grundlegende Voraussetzung: Erhalte ich die Karte nicht mehr, entfällt auch der Status. Man kann ihn aber auch über die Zugehörigkeit zu einem Nationalkader oder aufgrund erzielter Resultate erhalten. 

Wie regelmässig musst du den Status erneuern lassen, und wie viel koordinierst du selbst?

Die Swiss Olympic Card wird jährlich erneuert, deshalb gilt mein Status grundsätzlich jeweils ein Jahr. Beantragt wird er mit einem Online-Gesuch.

Was bringt dir der Status im Studienalltag?

Der Status bringt einige Vorteile mit sich. Der wichtigste ist für mich, dass ich auf Wunsch in eine bestimmte Übungsgruppe eingetragen werden kann. So kann ich meinen Stundenplan auf meine Bedürfnisse ausrichten. Normalerweise trägt man sich auf der Lernplattform OLAT selbst in eine Gruppe ein. Dabei kommt es häufig vor, dass man die gewünschte Gruppe nicht erhält, weil sie schon voll besetzt ist.

Inwiefern beeinflussen Wettkampfsaison und Training deine Studienplanung?

Wegen des Spitzensports studiere ich nicht im vollen Pensum. So verlängert sich die Studienzeit, aber darauf bin ich eingestellt. Ein Teilzeitstudium steht an der Universität Luzern übrigens allen Studierenden offen, nicht nur Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern.

Wie wirkt sich das konkret auf deinen Alltag aus?

Training und Wettkämpfe haben durchaus einen grossen Einfluss. Da ich nicht immer an der Uni sein kann, schaue ich mir viele Vorlesungen als Podcast an und erarbeite verpasste Übungen teilweise allein. Diese Schwierigkeit ist untrennbar mit dem Sport verbunden. Bis jetzt habe ich mich aber gut damit arrangieren können und profitiere entsprechend vom Podcast-Angebot der Fakultät.

Lassen sich Sport und Studium immer reibungslos vereinbaren?

Nicht immer gleich gut. Besonders im Frühjahrssemester ist es eine Herausforderung, weil dann die Wettkampfsaison beginnt und die Prüfungsvorbereitung in vollem Gang ist. Ich versuche immer, am Ball zu bleiben. Und wenn es doch mal stressig wird, dann habe ich eine gute Gruppe von Kommilitonen, die sehr hilfsbereit sind. Wenn ich mal eine Übung verpasse oder mir andere wichtige Informationen fehlen, dann kann ich immer auf sie zählen. Dafür bin ich ebenfalls sehr dankbar. Im Herbst ist es deutlich einfacher: Das Training ist dann noch nicht ganz so intensiv und es stehen keine Wettkämpfe an, die mit Abwesenheiten verbunden sind.

Was erleichtert dir das Pendeln zwischen Hörsaal und Training?

Die kurzen Wege. Das Leistungszentrum des Ruderverbands in Sarnen ist relativ nahe, mit dem Zug sind es etwa 20 Minuten. So kann ich das ganze Jahr über recht einfach zwischen der Uni und dem Leistungszentrum hin- und herpendeln.
 

Das Interview wurde schriftlich durchgeführt. 
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