Soziologischer Standpunkt: «Beim Abendessen den Platz in der Elitegesellschaft finden»

Rituale gehören zu unserem Alltag – auch beim Essen: Tischmanieren, gemeinsames Kaffeetrinken oder ein feierliches Abendessen. Während solche Rituale kaum hinterfragt werden, besitzen sie doch eine Wirkung auf Gesellschaften. Rituale prägen, wie Menschen sich verhalten, welche Normen sie übernehmen und wo sie sich innerhalb einer Gesellschaft verorten.

 

Die Kolumne erscheint alle zwei Wochen in der Luzerner Zeitung. (Bild: unsplash.com/@andrekaimk)

Die «Formal Hall», ein formelles Abendessen an der Cambridge Universität, steckt voller Tradition und Rituale. Und wie eine Studie von Tina Dacin, Kamal Munir und Paul Tracey zeigt, wird dabei weit mehr vermittelt als die Frage, welche Gabel zu welchem Gang gehört. Dr. phil. Roman Gibel erklärt in der Kolumne «Soziologischer Standpunkt», wie solche Abendessen mit ihren Regeln kleine soziale Welten schaffen, Selbstbilder und Verhalten beeinflussen und gesellschaftliche Normen transportieren. Und nicht nur im Elitekontext sind solche Mechanismen zu finden: Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches gemeinsames Geschäftsessen aussieht, beinhaltet viel mehr und prägt uns stärker, als wir vielleicht annehmen. Was bei der «Formal Hall» alles so beachtet wird und was Studierende und Dozierende daraus lernen, zeigt die Kolumne auf. Zur Kolumne!