Religion(en) in der Schweizer Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Dramatisierung und Desinteresse: Um diesen Themenkomplex geht es in einer öffentlichen Ringvorlesung des Religionswissenschaftlichen Seminars im Herbstsemester 2015.

Es ist paradox: Einerseits spielt Religion für viele Schweizerinnen und Schweizer und im persönlichen Alltag kaum eine Rolle. Diskret und individuell wird sie – falls überhaupt – gelebt und praktiziert. Religion scheint Privatsache. Ein ganz anderes Bild zeichnet sich in der Politik und in den Medien ab. Hier stehen Religionen immer wieder im Zentrum heftiger Kontroversen. Gerade "der" Islam, gelegentlich auch sogenannte Sekten und Freikirchen gelten als potenzielle Gefahren, die den sozialen Zusammenhalt untergraben. Dem breiten Desinteresse, das dem Thema Religion auf individueller Ebene entgegenschlägt, steht eine oft massive Dramatisierung des Themas auf gesellschaftspolitischer Ebene gegenüber. Wie lässt sich das erklären? Und wie ist der Umgang der Schweizer Gesellschaft mit Religion(en) generell?

In der Ringvorlesung "Schweizer Gesellschaft und Religion – zwischen Dramatisierung und Desinteresse" sucht Prof. Dr. Martin Baumann, Leiter des Religionswissenschaftlichen Seminars, zusammen mit Gästen aus Wissenschaft, Politik und von religiösen Organisationen Antworten auf diese und weitere Fragen. Die Vorlesungsreihe ist öffentlich, es ist keine Anmeldung notwendig, Eintritt frei.

Ringvorlesung "Schweizer Gesellschaft und Religion – zwischen Dramatisierung und Desinteresse"
zweiwöchentlich dienstags, 15.15–17 Uhr, Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, Luzern, Raum 3.B48

  • 29. September: Prof. Dr. Stefan Huber (Universität Bern): Totale Säkularisierung oder Individualisierung und Pluralisierung? Ergebnisse aus repräsentativen Studien der letzten 50 Jahre in der Schweiz
  • 13. Oktober: Dr. Michele Galizia (EDI, Fachstelle für Rassismusbekämpfung): Migration/Integration: Die Religionisierung der Migration
  • 27. Oktober: Muris Begovic (Imam, Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich) und PD Dr. Samuel Behloul (Nationaldirektor migratio): Vom öffentlichen Thema zum öffentlichen Akteur? Perspektiven auf Islam und Muslime in der Schweiz
  • 10. November: Prof. Dr. Felix Hafner (Universität Basel) und Dr. iur. Anne Kühler (Universität Zürich): Von welchen rechtlichen Voraussetzungen leben Religionsgemeinschaften in der Schweiz?
  • 24. November: Amira Hafner-Al Jabaji (Interreligiöser Think-Tank): Was kann interreligiöser Dialog gesellschaftlich leisten? Positionen und Visionen

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Martin Baumann, ordentlicher Professor für Religionswissenschaft und Leiter des Religionswissenschaftlichen Seminars, martin.baumannremove-this.@remove-this.unilu.ch

18. September 2015