Melanie Büchler aus Kriens und Sharon De Filippis aus Buttwil sind die Gewinnerinnen des Luzerner Religionspreises 2019. Ihre Arbeiten haben das Kastensystem in Indien und die Integration von geflüchteten Menschen in der Schweiz zum Thema.

Melanie Büchler hat für ihre Maturaarbeit im Rahmen des Austauschprojektes "Swiss-Indian Classroom" in Trivandrum (Südindien) Feldforschung betrieben. (Foto: Tommi Mendel)

Melanie Büchler hat in ihrer Maturaarbeit den Einfluss des Kastensystems auf das Leben von Angehörigen der Mittelschicht in Trivandrums untersucht. Die Maturandin der Kantonsschule Alpenquai in Luzern hat dazu im Rahmen eines Austauschprojekts auch fünf Interviews in der südindischen Stadt geführt. Melanie Büchler habe sich dem Thema in religionswissenschaftlicher analytischer Weise genähert und sich dabei auf den gegenwärtigen Einfluss des Kastenwesens auf zentrale Aspekte der Lebenswelt fokussiert, schreibt die Jury in der Würdigung der Arbeit. "In der historischen Klärung auf der Grundlage wissenschaftlicher Literatur gelingt der Verfasserin eine kompakte Darstellung des indischen Kastenwesens", heisst es weiter. "Die inhaltliche Durchdringung des Themas sowie die Umsetzung und Reflexion des empirischen Zugangs zeugen von wissenschaftlicher Haltung und verdienen hohe Anerkennung", erklärt die Jury.

Sharon de Filippis
Sharon De Filippis hat nicht nur ein eigenes Projekt durchgeführt und beschrieben, sondern bietet auch einen Leitfaden an.

Sharon De Filippis beschreibt in ihrer Maturaarbeit an der Kantonsschule Wohlen (AG) das Projekt "doppelsiitig", das sie selbst aufgebaut hat. Dabei geht es um die Unterstützung von volljährigen männlichen Asylsuchenden. Ausserdem legt sie einen Leitfaden vor, der ähnliche Projekte in Zukunft ermöglichen soll. Schon das praktische Engagement der Verfasserin verdiene höchstes Lob, hält die Jury fest. "Was aber diese Arbeit besonders auszeichnet, ist der systematische und methodische Zugang zu einem caritativen Projekt", heisst es weiter. Dabei werde auch die Rolle der Helfenden reflektiert. Sharon de Filippis könne aufzeigen, dass caritatives Handeln von hochfliegenden Gefühlen absehen und professionell vorgehen müsse, um nachhaltig zu sein, führt die Jury aus. Der Leitfaden enthalte eine detaillierte Anleitung über die Vorbereitung und den Ablauf des Projektes wie auch viele praktische Hinweise für die Durchführung.

Der 2006 erstmals vergebene Luzerner Religionspreis wird jährlich von der Theologischen Fakultät in Zusammenarbeit mit dem Religionswissenschaftlichen Seminar der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern verliehen. Die Auszeichnung ist mit 500 Franken dotiert, zur Verfügung gestellt von der Universitätsstiftung. Die Jury besteht neben der Präsidentin Prof. Dr. Monika Jakobs aus Anne Beutter und Prof. Dr. Robert Vorholt.

Für den Religionspreis 2020 können Maturaarbeiten zum Thema Religion und Ethik aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz eingereicht werden. Die Arbeiten sind von den Betreuungspersonen an Prof. Dr. Monika Jakobs (monika.jakobsremove-this.@remove-this.unilu.ch) zu senden. Das Abgabedatum wird noch bekannt gegeben.

Weitere Informationen und Auskunft:
www.unilu.ch/religionspreis
Prof. Dr. Monika Jakobs, Theologische Fakultät, +41 41 229 52 46, monika.jakobsremove-this.@remove-this.unilu.ch
Lukas Portmann, Kommunikationsbeauftragter Universität Luzern, +41 41 229 50 90, lukas.portmannremove-this.@remove-this.unilu.ch

 

29. Mai 2019