Positive Darstellungen in den Medien können Einstellungen der Bevölkerung zur beruflichen Eignung von Menschen mit Behinderungen verbessern.

Dies zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Schweizer Paraplegiker-Forschung, des Seminars für Gesundheitswissenschaften und Gesundheitspolitik der Universität Luzern und der ETH Zürich (Disability & Rehabilitation, elektronisch publiziert am 30.4.2013). Dazu wurde insgesamt 480 Studienteilnehmerinnen und –teilnehmern mit und ohne eigenen Behinderungen ein Filmausschnitt aus der Serie Soko Rhein-Main gezeigt, in der der Schauspieler Sven Martinek einen Kriminalbeamten mit Querschnittlähmung darstellt.

Der gewählte Ausschnitt zeigt eine Actionszene, in der Martinek im Rollstuhl sitzend einen Dieb dingfest macht und verhaftet. Sowohl vor als auch nach der Vorführung des Filmausschnittes wurden die Studienteilnehmer zur Eignung von Paraplegikern für sechs verschiedene Berufe und zur Arbeitsmarktbeteiligung von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz befragt. 

Die Einschätzungen nicht-behinderter Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer waren nach dem Film deutlich erhöht. Das Experiment zeigt, dass dynamische Fernsehdarstellungen behinderter Menschen in positiv besetzten Berufsrollen Meinungen der Bevölkerung über Behinderung zumindest kurzfristig positiv beeinflussen können. Eine erhöhte mediale Berücksichtigung derartiger Portraits behinderter Menschen erscheint daher wünschenswert.

Auskunft:
Jan Reinhardt, Forschungsmitarbeiter am Seminar Gesundheitswissenschaften und Gesundheitspolitik, Universität Luzern, 041 939 6595, jan.reinhardtremove-this.@remove-this.paraplegie.ch

Lukas Portmann, Kommunikationsbeauftragter Universität Luzern, 041 229 50 90, lukas.portmannremove-this.@remove-this.unilu.ch

Referenz: Reinhardt JD, Pennycott A, Fellinghauer, BAG: Impact of a film portrayal of a police officer with spinal cord injury on attitudes towards disability: a media effects experiment. Disability & Rehabilitation.

17. Mai 2013