Am 7. und 8. September 2018 trifft sich das Who's Who international renommierter Philosophinnen und Philosophiehistoriker in Palermo zu einem Kongress. Die Universität Luzern gehört zu den Mitorganisatoren des Anlasses.

Büste des Aristoteles im Museo nazionale romano di palazzo Altemps in Rom. (Bild: Giovanni Dall'Orto/Wikimedia Commons)

Bei der in den Palazzi Lanza Tomasi und Sant' Elia abgehaltenen Konferenz mit dem Titel "Aristotle's Metaphysics – Yesterday and Today" handelt es sich um den Auftaktanlass einer Veranstaltungsreihe, die künftig jährlich stattfinden soll. Die Konferenz ist das Ergebnis einer Initiative von Kevin Mulligan, Professor für Philosophie an der USI und emeritierter Professor für analytische Philosophie an der Universität Genf, und von Giovanni Ventimiglia, Professor für Philosophie an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Förderer und Geldgeber sind die Universität der italienischen Schweiz (USI, Lugano) und die Universität Luzern; die Schirmherrschaft übernimmt der Stadtpräsident von Palermo, der "Italienischen Kulturhauptstadt 2018".

Interreligiöser Dialog im Fokus

Zum einen wird eine Bestandesaufnahme der zeitgenössischen Forschung zum Zusammentreffen der islamischen, jüdischen und christlichen Interpretationsstränge der griechischen Philosophie angestrebt, zu der es – historisch einmalig – im 12. und 13. Jahrhundert am normannischen Hof in Sizilien gekommen war. Zum anderen geht es um das Aufzeigen des Potenzials des philosophischen Diskurses, wie er heute im Mittelmeerraum, beispielsweise in Palermo, Tunis und in Barcelona, praktiziert wird. Dabei stehen zentrale Fragen in der Geschichte der Philosophie und der zeitgenössischen Philosophie, die heute zwangsläufig auch eine politische Bedeutung haben, im Zentrum. Die Philosophie der Religionen und ihre Geschichte ist der zentrale Forschungsschwerpunkt am Lehrstuhl von Giovannni Ventimiglia, der sich um eine Wiederbelebung des einst so fruchtbaren und von der Philosophie getragenen interreligiösen Dialogs bemüht.

Am Anlass, der fast ausschliesslich auf Englisch stattfindet, nehmen einige der weltweit arriviertesten Philosophen und Philosophiehistorikerinnen teil, so unter anderem Manuel García-Carpinteron (Barcelona), Dimitri Gutas (Yale), Gilles Kepel (Paris/Lugano), Gyula Klima (New York), Anna Marmodoro (Durham/Oxford), Mélika Ouelbani (Tunis), Christof Rapp (München) und Peter Simons (Dublin). Auch Sir Anthony Kenny wird zugegen sein; allerdings als "einfacher" Teilnehmer – er hatte an der Universität Luzern vor rund einem Jahr seine Abschiedsvorlesung gehalten.

Förderung des Nachwuchses

Dem Kongress geht eine vom 2. zum 6. September im Castello di Falconara abgehaltene internationale Summer School mit 15 ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmern voraus. Wie die Konferenz wird diese vom schweizweiten "Doktorandenprogramm in Philosophie" organisiert, dessen Koordination seit 2016 am Lehrstuhl von Professor Ventimiglia angesiedelt ist und dort von Oberassistent Dr. Philipp Blum betreut wird. Den Rahmen bildet das auf mehrere Jahre angelegte Projekt "Philosophy in the Mediterranean", das, neben Eigenmitteln der Universität Luzern, durch swissuniversities, dem Dachverband des Schweizer Hochschulwesens, und von der USI gefördert wird.

6. September 2018