Noch immer «doctor communis»?

Thomas von Aquin als Inspiration und Provokation für die Theologie heute: Über 750 Jahre nach seinem Tod bleibt Thomas von Aquin ein spannender Gesprächspartner, wenn man ihn neu liest. Der Band macht seine Reflexionen für gegenwärtige Fragen aus Dogmatik, Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie fruchtbar.

Der Band «Noch immer ‹doctor communis›?» nimmt die Jubiläen von Geburts- und Todesjahr des mittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin zum Anlass, nach der gegenwärtigen Bedeutung seines Denkens zu fragen. Als «doctor communis», als «gemeinsamer Lehrer», hat Thomas Theologie und Philosophie über Jahrhunderte hinweg massgeblich geprägt. Die Texte des Sammelbandes setzen jedoch nicht historisch an, sondern prüfen systematisch, inwiefern seine Denkfiguren auch heute noch produktiv aufgenommen werden können.

Beiträge aus Dogmatik, Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie diskutieren zentrale Themen wie Gottesrede, Anthropologie oder das Verhältnis von Glauben und Vernunft im Kontext gegenwärtiger Debatten. Dabei wird Thomas von Aquin nicht als autoritative Instanz reproduziert, sondern als Gesprächspartner neu gelesen, dessen Reflexionen auch für heutige Fragestellungen fruchtbar gemacht werden können.

Gerade darin liegt die Aktualität des Bandes: Die Auseinandersetzung mit dem Denken des Aquinaten eröffnet Perspektiven, die über den scholastischen Raum deutlich hinausweisen – etwa für philosophische Fragen nach Wahrheit und Rationalität oder für die Vermittlung religiösen Wissens in einer pluralen Öffentlichkeit. So versteht sich der Band zugleich als Beitrag zur Einladung, einen der einflussreichsten Denker der europäischen Geistesgeschichte im 21. Jahrhundert neu zu entdecken.

Helmut Hoping | Thomas Marschler | Ursula Schumacher
Noch immer «doctor communis»? Thomas von Aquin als Inspiration und Provokation für die Theologie heute
Herder, Freiburg im Breisgau 
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