Nationalfonds fördert zwei Forschungsprojekte
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat Förderbeiträge für zwei Projekte an der Universität Luzern gesprochen. Die von Forschenden der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin sowie der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät eingeworbenen Mittel betragen insgesamt rund 1,9 Mio. Franken.
Die wichtige Rolle von Melatonin aus Muttermilch und Mikrobiom
Neugeborene produzieren in den ersten Lebensmonaten kaum eigenes Melatonin und sind daher auf externe Quellen angewiesen – insbesondere die Muttermilch sowie möglicherweise das Darmmikrobiom. Wie stark diese Quellen zur Melatoninversorgung beitragen und welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung hat, ist bislang unklar. Im Zentrum eines Forschungsprojekts unter der Leitung von PD Dr. med. Petra Zimmermann steht die Frage, wie das Hormon Melatonin die Entwicklung von Schlaf, «innerer Uhr» und Gesundheit bei Säuglingen beeinflusst. Anhand von Blut-, Muttermilch- und Stuhlproben sowie Daten zu Schlaf, Ernährung und Gesundheit in den ersten zwei Lebensjahren untersucht das Team erstmals umfassend die Regulierung von Melatonin im frühen Leben. Ziel ist es, evidenzbasierte Empfehlungen zur Förderung von Schlaf, Entwicklung und Gesundheit zu entwickeln.
Wenn Klimapolitik spaltet: Warum Teilhabe entscheidend ist
Ein neues Forschungsprojekt von Prof. Dr. Lena Schaffer untersucht, warum Klimapolitik an Zustimmung verliert und welche Rolle eine aktive Teilhabe an der Energiewende spielen kann. Ausgangspunkt ist, dass Klimamassnahmen zwar gesamtgesellschaftlich nützen, ihre Kosten jedoch bestimmte Gruppen besonders treffen können. Entscheidend ist laut Schaffer nicht nur die finanzielle Belastung, sondern auch, ob Menschen aktiv an der Transformation mitwirken können. Wer etwa als Mieterin oder Mieter keine Solaranlage installieren oder keine Ladeinfrastruktur nutzen kann, erlebt Klimapolitik eher als fremdbestimmt und ungerecht. Das Projekt analysiert diese Dynamiken in sechs europäischen Ländern und untersucht politische Massnahmen, öffentliche Debatten sowie die Einstellungen der Bevölkerung. Ziel ist zu zeigen, wann Unterstützung kippt und wie Klimapolitik durch faireren Zugang, weniger Hürden und bessere Teilhabemöglichkeiten gesellschaftlich besser abgestützt werden kann.

