Am 18. Oktober wurde in Jerusalem der Mount Zion Award vergeben. Im Namen der "Coordination for Pastoral among Migrants" (CPAM) durfte David Neuhaus SJ den interreligiösen Preis entgegennehmen.

David Neuhaus SJ bei seiner Dankesrede in der Dormitio-Abtei in Jerusalem.

David Neuhaus, Patriarchalvikar für die hebräisch-sprechenden Katholiken im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, leitet die CPAM. Die seit 2011 bestehende Institution erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihres sozialen, kulturellen und interreligiösen Engagements in der Migrantenseelsorge. Der Preis soll dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis und die guten Beziehungen zwischen den verschiedenen Religionen und Gemeinschaften im Heiligen Land zu unterstützen.

Im Staat Israel lebt heute eine grosse Migrationsbevölkerung von Männern, Frauen und Kindern mit christlichem Glauben aus den Philippinen, aus Indien, Äthiopien, Eritrea und Sri Lanka. Deren Leben ist, wie Father Neuhaus in seiner Dankesrede betonte, von Armut, Diskriminierung und Ausbeutung geprägt. Sie stehen in sozialem Austausch mit der israelischen Gesellschaft; viele sind in der Altenpflege tätig. Die zweite Generation der Ausgewanderten wächst mit der hebräischen Sprache und Kultur auf. Neben der Integration ist es wichtig, dass diese Kinder auch ihre eigene kulturelle und religiöse Tradition kennen und bewahren lernen und ihren christlichen Glauben in Verbundenheit mit dem Judentum erleben können. Dazu leistet die CPAM, welche Migrantinnen und Migranten in vielfältiger Weise unterstützt, einen wertvollen Beitrag. Unter anderem betreibt sie in Tel Aviv und Jerusalem Kindertagesstätten; das Preisgeld von 20'000 Euro soll eingesetzt werden, um diese zu verbessern.

Den Mount Zion Award verleiht das Institut für Jüdisch-Christliche Forschung der Universität Luzern zusammen mit der Dormitio-Abtei in Jerusalem im Namen der Mount-Zion-Stiftung alle zwei Jahre jeweils Ende Oktober in Jerusalem. Dies in Erinnerung an die Konzilserklärung Nostra Aetate vom 28. Oktober 1965, die ein neues Verhältnis der Katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen und vor allem zum Judentum eröffnete. Der Friedenspreis geht seit 1987 an Personen oder Institutionen, die sich in der kulturellen und interreligiösen Verständigung von Judentum, Christentum und Islam und im Friedensprozess in Nahost verdient gemacht haben. Mehr Informationen zur Stiftung und zu früheren Preisträgerinnen und -preisträgern

Auskunft:
Prof. Dr. Verena Lenzen, Professorin für Judaistik und Theologie und Leiterin des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung (IJCF), ijcfremove-this.@remove-this.unilu.ch

21. Oktober 2015