Religionslehre neu kombiniert
Der erweiterte Master Religionslehre der Universität Luzern bietet neu auch Philosophie und Geschichte als wählbare Nebenfächer. Studienleiter Professor Christian Höger erklärt die Hintergründe und Chancen dieser Erweiterung.
Professor Christian Höger, was hat sich beim Master Religionslehre und Lehrdiplom für Maturitätsschulen konkret verändert – und warum jetzt?
Christian Höger: Konkret haben Studierende des Masters Religionslehre nun ab dem HS 2026 die Möglichkeit, Religionslehre nicht mehr ausschliesslich im Monofach (120 Credits) zu studieren, sondern auch ein Major-Minor-Studienprogramm zu absolvieren. Das bedeutet zum einen, dass Religionslehre an der Theologischen Fakultät als Hauptfach wählbar ist (80 Credits) und entweder durch das Nebenfach Geschichte oder Philosophie (40 Credits) ergänzt werden kann. Zum anderen lässt sich Religionslehre auch als Nebenfach (40 Credits) zusammen mit einem beliebigen Hauptfach studieren, das an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern angeboten wird.
Diese Erweiterung der Studienmöglichkeiten im Master Religionslehre wurde zum jetzigen Zeitpunkt umgesetzt, da sie ideal zum bereits etablierten Zweifach-Lehrdiplomstudium an der PH Luzern passt. Damit wurde eine Lücke geschlossen und ein attraktiver Anschluss geschaffen: So können Studierende ab sofort direkt nach einem Zweifächer-Master ins entsprechende Lehrdiplomstudium wechseln.
Was gewinnen Studierende durch die Kombination mit Philosophie oder Geschichte für ihre Berufsperspektiven?
Studierende gewinnen frühzeitig noch solidere berufliche Optionen, bereits mit Beginn ihres Masterstudiums. So können Sie sich auf den interessanten Beruf als Lehrperson an einer Kantonsschule vorbereiten. Denn wer an einem Gymnasium unterrichten will, empfindet es meist als lukrativ, nicht nur das Pensum für ein Fach, sondern für zwei ausbringen zu können. Kompetent fachwissenschaftlich und fachdidaktisch ausgebildet zu werden, sowohl für das Schulfach «Religionskunde und Ethik» als auch für «Geschichte» oder «Philosophie», bietet daher vielfältige Chancen.
Religiöse Fragen und philosophische bzw. historische Einordnung – wie hängt das zusammen?
Wer sich mit weltanschaulichen und religionsbezogenen Themen auf akademischem Niveau beschäftigt, kommt unweigerlich auch mit historischen Fragestellungen in Berührung. Jede Religion hat ihre eigene Geschichte, die es wahrzunehmen gilt. Insofern liegt die interdisziplinäre Verbindung zwischen Geschichte und Theologie bzw. Religionswissenschaft immer schon nahe. Gleichzeitig wären ethische oder theologische Probleme nicht ohne philosophische Theoriebezüge lösbar. Damit entspricht die Erweiterung des Masters Religionslehre auch der natürlichen Verwandtschaft der drei universitären Fachdisziplinen.
Für wen ist diese Erweiterung besonders interessant?
Interessant ist diese Erweiterung vor allem für Studierende, die sich inhaltlich noch breiter aufstellen wollen als über ein Monofachstudium (z.B. Religionslehre, Theologie oder Religionswissenschaft), was bisher die Eintrittskarte ins Lehrdiplomstudium war. Manche Interessentinnen und Interessenten bringen hier auch über ihre Bachelorabschlüsse bereits sehr gute Voraussetzungen mit. So stärken die neuen Major-Minor-Kombinationsmöglichkeiten den Standort Luzern mit seinen drei einspielten Playern Theologische Fakultät, Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät und Pädagogische Hochschule. Dies wird die Attraktivität für die Ausbildung von Lehrpersonen für die Sekundarstufe II im Kanton Luzern und darüber hinaus zusätzlich erhöhen.
Master Religionslehre und Lehrdiplom für Maturitätsschulen
Mit dem Masterstudium Religionslehre bietet die Universität Luzern einen Studiengang an, der auf die Anforderungen des gymnasialen Unterrichtsfachs «Religionskunde und Ethik» abgestimmt ist und mit einem Lehrdiplom für Maturitätsschulen verbunden werden kann.
Regelmässig finden online Informationsveranstaltungen statt, bei welchen man sich umfassend über den Studiengang informieren und Fragen direkt stellen kann. Nächster Termin: Montag, 27. Juli 2026, 18:15 Uhr.
