Der Luzerner Religionspreis 2015 für herausragende Maturaarbeiten zum Thema Religion und Ethik geht an Camila Bucher von der Kantonsschule Alpenquai Luzern. Die 19-jährige Luzernerin erhält die Auszeichnung für ihre literarische Verarbeitung des Themas Unterentwicklung und Hilfeleistung.

Camila Bucher mit ihrer prämierten Maturaarbeit. (Bild: Benno Bühlmann)

Camila Buchers prämierte Maturaarbeit trägt den Titel "Literarische Auseinandersetzung mit dem Thema Blindheit und der damit verbundenen Problematik eines Entwicklungslandes, inspiriert durch eine wahre Begebenheit". Das Herzstück der Arbeit der 19-jährigen Luzernerin mit peruanischen Wurzeln bildet die selbst verfasste Erzählung "yurak ñawsa kay. Weisse Blindheit".

Die Handlung spielt in einem abgelegenen Dorf in den peruanischen Anden, wo in kurzer Zeit beinahe die ganze Bevölkerung erblindet. Rückblickend erzählt die Hauptperson Enma als alte Frau einem Journalisten die damaligen Ereignisse, die Ankunft der Helfer und Ärzte aus der Stadt und ihre weitere Lebensgeschichte. Die Erzählung besteht noch aus einer weiteren Ebene, die erst durch den überraschenden Schluss deutlich wird.

Dem Urteil der Jury zufolge beeindruckt Camila Buchers Erzählung durch die "flüssige Schreibweise, den immer vorhandenen Spannungsbogen und die kunstvolle Verbindung mehrerer Zeitebenen". Die literarische Form rege dazu an, über die Stabilität und die Anfälligkeit einer relativ geschlossenen Gemeinschaft nachzudenken, über die Frage, wer unter welchen Umständen zur Hilfe verpflichtet ist, über die unauflösbare Zwiespältigkeit der von aussen kommenden Helfer und über die Spannung zwischen Kulturen. Durch den erzählenden Zugang gewinne das Thema der Blindheit  eine doppelte, eine metaphorische Bedeutung. (Ausführliches Juryurteil in der Medienmitteilung.)

Der 2006 erstmals vergebene Luzerner Religionspreis wird jährlich von der Theologischen Fakultät in Zusammenarbeit mit dem Religionswissenschaftlichen Seminar der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern verliehen. Die Auszeichnung ist mit 500 Franken dotiert, zur Verfügung gestellt von der Universitätsstiftung. Die Jury besteht aus Prof. Dr. Monika Jakobs (Präsidentin), Dr. Andreas Tunger-Zanetti und Prof. Dr. Robert Vorholt. Mehr Informationen zum Luzerner Religionspreis

Weitere Auskünfte:
Prof. Dr. Monika Jakobs, Theologische Fakultät, 041 229 52 46, monika.jakobsremove-this.@remove-this.unilu.ch

Dave Schläpfer, Öffentlichkeitsarbeit, 041 229 50 92, dave.schlaepferremove-this.@remove-this.unilu.ch 

27. Mai 2015