Was ist der Kontext, der die Erfolge von Donald Trump, aber auch von europäischen Populistinnen und Populisten ermöglicht hat? Dieser Frage geht die renommierte US-Politikwissenschaftlerin Wendy Brown an der diesjährigen Lucerne Master Class nach.

Prof. Wendy Brown. (Bild: Wikimedia Commons / Politikundtheorie)

Die Lucerne Master Class, eine Intensiv-Lehrveranstaltung für Doktorierende, behandelt bereits in der vierten Durchführungsrunde die übergeordnete Thematik "Culture of Markets". Für das aktuelle Seminar vom 28. Mai bis 1. Juni konnte Prof. Wendy Brown von der University of California, Berkeley, gewonnen werden. Sie lehrt in Luzern zum Thema "Where Liberal Democracy Once Was. Liberal Authoritarianism in the Twenty-First Century". Organisiert wird die Blockveranstaltung von der Luzerner Graduate School of Humanities and Social Sciences, dem Doktorandenprogramm der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (KSF) der Universität Luzern. Die Veranstaltungsreihe wird von der Stiftung Mercator Schweiz finanziell unterstützt.

Gewinnbringender Austausch

Aus 25 Bewerbungen wurden 16 Doktorierende für die Teilnahme ausgewählt. Einer der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler promoviert an der KSF, die übrigen kommen aus so unterschiedlichen Ländern wie Brasilien, Dänemark, Deutschland und den USA. Die Doktorierenden profitieren eine Woche lang vom intensiven Austausch untereinander – und natürlich auch von jenem mit Prof. Brown. Das Werk der amerikanischen Politologin wurde mehrfach ausgezeichnet und in über zwanzig Sprachen übersetzt. Im März dieses Jahres erschien ihr Buch "Walled States, Waning Sovereignty" in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Mauern. Die neue Abschottung und der Niedergang der Souveränität".

Wendy Brown greift in ihrem öffentlichen Vortrag vom Dienstag, 29. Mai, das Kernthema der Lucerne Master Class für ein breiteres Publikum auf. Sie beleuchtet den Kontext, der unter anderem eine Präsidentschaft wie die von Donald Trump, aber auch die Erfolge west- und osteuropäischer Populistinnen und Populisten ermöglicht hat. Wie ist die eigentümliche Mischung aus liberaler Rhetorik (Le Pen: "Ich will Frankreich seine Freiheit zurückgeben") und nationalistischem Autoritarismus (Trump: "Make America great again") zu verstehen, die viele populistische Bewegungen prägt? Inwieweit hat der Neoliberalismus durch seine Befürwortung der Privatisierung staatlicher Strukturen diese Entwicklungen – teils unbeabsichtigt – gefördert? Und welche weiteren Komponenten müssen neben neoliberalem Denken und neoliberaler Politik sonst noch in Betracht gezogen werden?

Kontakt:
Dr. Christina Cavedon, Wissenschaftliche Geschäftsführerin GSL, christina.cavedonremove-this.@remove-this.unilu.ch

22. Mai 2018