In diesem Herbstsemester absolvieren 49 Studierende ein Austauschsemester an der Universität Luzern. Das Mobilitätsangebot erfreut sich in den letzten Jahren immer grösserer Beliebtheit.

Die aktuellen Incomings – unter ihnen Matheus Ventura Lang aus Deutschland (vorne) – bei einer Schokoladenverköstigung, die Teil der Orientierungswoche ist.

Durchgeführt vom International Relations Office (IRO), läuft zurzeit die Orientierungswoche für ausländische Mobilitätsstudierende. Die Anzahl der Aufenthalte ist in den letzten Jahren gestiegen: Meldeten sich 2011 noch 62 Studierende für ein Austauschsemester in Luzern an, können dieses Jahr voraussichtlich total bereits rund 100 Incomings verzeichnet werden. Wie in den letzten Jahren sind aktuell die meisten an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät eingeschrieben.

Der Entscheid für die Universität Luzern erfolgt aus verschiedenen Gründen. So weisen Mobilitätsstudierende in ihren Erfahrungsberichten insbesondere auf die Lage der Universität mitten in der Zentralschweiz und das breite Fächerangebot hin oder geben an, dass ihnen bestimmte Luzerner Dozierende empfohlen worden seien.

Isabelle Sutton

Ähnliche Gründe hat Isabelle Sutton aus Australien, eine der aktuell 49 Studierenden aus 19 Ländern. Die Jus-Studentin ergänzt, dass neben Empfehlungen von Mitstudierenden die Möglichkeit, von Luzern aus Nachbarländer zu bereisen, zu ihrem Entscheid beigetragen habe. "Die Schweiz befindet sich im Herzen Europas, man ist in wenigen Stunden in einem völlig anderen Land. Dadurch kann ich gut europäische Städte während des Semesters besuchen." Matheus Ventura Lang, Philosophie- und Ethnologie-Student aus Deutschland, hingegen hat andere Beweggründe: "Luzern ist kulturell geprägt. So gibt es diverse Kunst- und Musikanlässe, die mich sehr interessieren. Auch bietet sich durch das Semester die Möglichkeit, das Leben in der Schweiz kennenzulernen und später vielleicht den Bachelorabschluss an dieser Universität zu erwerben."

Bereichernd für beide Seiten

Was bringt ein Mobilitätssemester? "Die Studierenden profitieren in mehrfacher Hinsicht", sagt Uta Zehnder, Mitarbeiterin des IRO. Sie würden lernen, mit neuen Herausforderungen umzugehen und könnten nebst dem Kennenlernen neuer Orte und Kulturen ihr soziales Umfeld und ihre persönlichen Kompetenzen erweitern. Voraussetzung sei ein hohes Mass an Offenheit, Flexibilität und die Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen. Denn: "Es gilt, sich in einer fremden Umgebung mit anderen Organisationsformen zurechtzufinden und sowohl zu anderen Mobilitäts- als auch mit einheimischen Studierenden Kontakte zu knüpfen." Ebenso seien der Unterrichtsstil und die mündlichen Prüfungen für viele Incomings ein Novum und fordere sie zusätzlich, merkt Zehnder an.

Für Uta Zehnder ist klar, dass auch die Universität vom Austausch profitiert: "Sie muss sich auf andere Kulturen und deren Sichtweisen auf die Institution einlassen und damit auseinandersetzen." Dadurch bleibe sie flexibel und offen. Für Zehnder bedeuten die Incomings immer wieder spannende Begegnungen und neue Herausforderungen. So könne es bei administrativen Arbeiten durchaus zu unvorhergesehenen Situationen kommen, bei denen von gewohnten Arbeitsabläufen abgewichen und neue Lösungen gefunden werden müssten. Dies führe dazu, dass sie als Mitarbeiterin ihre Arbeitsweise immer wieder kritisch hinterfrage und an der eigenen Offenheit und Serviceorientiertheit arbeite.

Breites Angebot

Nebst der Orientierungswoche und Deutschkursen bietet das IRO den Incomings diverse Veranstaltungen zur Kontaktbildung und zum Kennenlernen von Luzern auch während des Semesters an. Dazu gehören KKL-Führungen mit anschliessendem Apéro, Wanderausflüge sowie Fondue- und Racletteabende. Des Weiteren können die Mobilitätsstudierenden an kleineren Ausflügen, wie etwa dem Besuch des Verkehrshauses, oder an gemeinsamen Znüni-Pausen teilnehmen. Colin Laroche, Jus-Student aus Kanada, schätzt diese Woche: "Die Orientierungswoche beinhaltet Deutschkurse, die mich auf das Mobilitätssemester vorbereiten, und sie fördert die Kontaktbildung zu anderen Austauschstudierenden." Dies erleichtere den Einstieg – "wer weiss, vielleicht finde ich jemanden, der mit mir Wandern und Skifahren geht". Darüber hinaus können die Incomings auch bei vielen Aktivitäten der kürzlich gegründeten Studierendenorganisation Erasmus Student Network (ESN) Luzern mitmachen.

Mobilität hat natürlich zwei Seiten: Auch Luzerner Studierende machen den Gang ins Ausland, um neue Erfahrungen zu sammeln. Dabei stehen ihnen über 90 Universitäten in- und ausserhalb Europas zur Verfügung. Im aktuellen Semester absolvieren 27 Studierende der Universität Luzern ein Mobilitätssemester. Die Zahl der Luzerner Outgoings könnte sich gemäss Zehnder künftig erhöhen. Denn: "Die junge Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät schliesst vermehrt Partnerverträge mit ausländischen Universitäten ab und steigert laufend ihre Studierendenzahlen."

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Beim Besuch des Deutschkurses lernten die Incomings bereits am ersten Tag einige Vokabeln zu Monaten und Wochentagen.
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11. September 2019