Haustiere machen nicht automatisch glücklicher oder gesünder

Laut einer Studie unter Beteiligung der Universität Luzern ist der blosse Besitz eines Haustieres nicht mit besserer Gesundheit oder mehr Wohlbefinden verbunden. Entscheidend ist vielmehr die Beziehung zum Tier.

Pet owner stroking his old cat and dog together
(Symbolbild: ©istock.com/Chalabala)

Es wird generell angenommen, dass Haustiere sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzerinnen und Besitzer auswirken. Wissenschaftlich ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt, ob das tatsächlich der Fall ist. Prof. Dr. Karin Hediger, Ordentliche Professorin für Kinder- und Jugendpsychologie, hat deshalb zusammen mit ihrem Team in einer repräsentativen Querschnittsstudie Daten zu Haustierbesitz, Gesundheit und Wohlbefinden von 2’328 in der Schweiz lebenden Personen ausgewertet. Ziel war es herauszufinden, ob Menschen mit Haustieren glücklicher und gesünder sind als Menschen ohne Haustiere.

Die Studie zeigt, dass der Besitz eines Haustiers allein nicht mit einer besseren Gesundheit oder einem höheren Wohlbefinden einhergeht. Menschen mit Haustieren oder regelmässigem Tierkontakt unterschieden sich in mehreren Bereichen nicht von Menschen ohne Tiere. So zeigten sich keine Unterschiede bei der Anzahl der Arztbesuche, der Einsamkeit, der Lebenszufriedenheit, dem psychischen Wohlbefinden und der sozialen Unterstützung durch andere Menschen. Personen mit Haustieren schätzten ihren Gesundheitszustand sogar als leicht schlechter ein und gaben an, mehr Zigaretten pro Tag zu rauchen.

Anders sieht es aus, wenn nicht der Haustierbesitz an sich, sondern die Beziehung zum Tier betrachtet wird. Personen, die mehr Zeit mit ihrem Haustier verbrachten und es als Quelle sozialer und emotionaler Unterstützung wahrnahmen, berichteten von höherem Wohlbefinden. Besonders Hunde wurden als unterstützend erlebt. Hediger betont deshalb, die Beziehung, die Menschen zu ihren Tieren haben, sei «komplexer als die einfache Ja-oder-Nein-Frage zum Haustierbesitz. Zwei Menschen können beide einen Hund haben, ihre Beziehung zu diesem Hund kann jedoch sehr unterschiedlich sein.»

Kausaler Zusammenhang bleibt ungeklärt

Die beobachteten Zusammenhänge bedeuten aber nicht zwingend, dass das Halten eines Haustiers die Gesundheit und das Wohlbefinden tatsächlich verändert. Es ist beispielsweise auch möglich, dass Personen, die ohnehin gesundheitlich beeinträchtigt sind oder sich einsam fühlen, sich eher für ein Haustier entscheiden, um Trost oder Gesellschaft zu finden.

Um solche Zusammenhänge besser zu verstehen, sind Längsschnittstudien notwendig, die Menschen über einen längeren Zeitraum begleiten und Veränderungen im Gesundheitszustand sowie im Wohlbefinden erfassen. Ebenso wichtig ist, dass künftige Studien die Mensch-Tier-Beziehung genauer untersuchen. Deshalb betont Hediger: «Anstatt zu fragen, ob jemand ein Haustier besitzt, sollten zukünftige Untersuchungen berücksichtigen, wie Menschen mit ihren Tieren interagieren und welche Rolle das Tier in ihrem Leben spielt.»

Rahel Marti, Karin Hediger et al.
Factors of pet ownership associated with human health: A representative cross-sectional survey of Switzerland
PLOS One, 2026
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