«Geschmack und Nation»
Veronika Studer-Kovács beleuchtet in ihrer nun als Buch veröffentlichten Dissertation die Bedeutung kosmopolitischen Denkens im ungarischen ‹nation building› des 18. Jahrhunderts.
Was verbindet Geschmack mit der Nation? Veronika Studer-Kovács untersucht in ihrer Dissertation den Dialog ungarischer Autorinnen und Autoren des späten 18. Jahrhunderts mit dem europäischen Geschmacksdiskurs. Im Fokus stehen Werke von György Bessenyei und József Péczeli, die als Wegbereiter einer ethnokulturellen Auffassung nationaler Identität gelten. Hinzu kommen weniger bekannte französische und deutsche Texte ungarischer Autoren und Autorinnen, etwa ein Festspiel aus Tyrnau zu Ehren Josephs II. oder Schriften des Grafen Johann Fekete von Galántha. Gemeinsamer Nenner dieser Texte ist die Auseinandersetzung mit dem Begriff des guten Geschmacks, dessen ethische Substanz unter anderem in der Sprachverfeinerung gesehen wurde. So entstand eine Variante nationaler Identität, die Ideale des Kosmopolitismus und des Patriotismus vereinte.
Die Dissertation entstand im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekts «‹Stimmung› und ‹Polyphonie›. Musikalische Paradigmen in Literatur und Kultur» unter der Betreuung von Prof. Dr. Boris Previšic. Veronika Studer-Kovács arbeitet seit 2023 arbeite als Postdoktorandin am Forschungskolleg des Urner Instituts Kulturen der Alpen.
Veronika Studer-Kovács
Geschmack und Nation. Kosmopolitische Patrioten und ihre Sprachen im Spannungsfeld des Königreichs Ungarn und der Habsburgermonarchie (1750-1795)
Böhlau Verlag, Wien 2025
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