Förderung für inter­nationale Studie zu Pneumokokken bei Kindern

Die Universität Luzern erhält einen Forschungsgrant für ein internationales Projekt zur Untersuchung von Pneumokokken bei Kindern auf den Philippinen. Die Studie soll dazu beitragen, Impfstrategien und Präventionsmassnahmen künftig gezielter auszurichten.

(Symbolbild; ©unsplash/Mufid Majnun)

Pneumokokken gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen schwerer bakterieller Infektionen und Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren. Das Bakterium, von dem mehr als 100 Varianten existieren, kann unter anderem Mittelohr-, Lungen-, Knochen- und Hirnhautentzündungen sowie Blutvergiftungen verursachen. 

Zwar schützen bestehende Impfungen vor den Pneumokokken-Varianten, die am häufigsten schwere Erkrankungen auslösen. Jedoch gewinnen andere, nicht durch die Impfstoffe abgedeckte Varianten an Bedeutung. Einige dieser Varianten weisen zudem Antibiotikaresistenzen auf. Es fehlen aktuelle Daten darüber, welche Pneumokokken-Varianten derzeit auf den Philippinen zirkulieren. Um die Wirksamkeit bestehender Impfprogramme langfristig sicherzustellen, ist deshalb eine kontinuierliche Beobachtung dieser Entwicklungen erforderlich.

Förderung für Projekte im asiatisch-pazifischen Raum

Prof. Gisela Michel, Prorektorin Lehre und internationale Beziehungen, und Dr. Peter Francis Raguindin am «Leading House Asia Pacific» Launch Event

Hier setzt das Forschungsprojekt «Streptococcus Pneumoniae Antimicrobial Resistance and Carriage in Filipino Children – Filipino-Australian-Swiss pneumococcal collaborative STudy (SPARC-FAST Collaboration)» an. Das Forschungsteam untersucht, welche Pneumokokken-Varianten derzeit bei Kindern auf den Philippinen zirkulieren, wie häufig Antibiotikaresistenzen auftreten und welche Faktoren deren Verbreitung begünstigen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger dabei unterstützen, Impfprogramme weiterzuentwickeln und geeignete Impfstoffe auszuwählen.

Für das Projekt erhält die Universität Luzern einen Research Partnership Grant des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Die Förderung wird über das «Leading House Asia Pacific» der Universität Zürich vergeben und unterstützt Forschungskooperationen zwischen Schweizer und Partnerinstitutionen im Asien-Pazifik-Raum. Das Programm soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Asien-Pazifik-Region stärken, die eine zunehmend wichtige Rolle in globaler Forschung und Innovation einnimmt. In dieser ersten Ausschreibungsrunde wurden 40 von insgesamt 207 eingereichten Projekten bewilligt.

Zusammenarbeit von Forschenden aus der Schweiz, Australien und den Philippinen

Das Projekt wird von Dr. Peter Francis Raguindin, Oberassistent an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin der Universität Luzern, geleitet und in Zusammenarbeit mit PD Dr. med. Petra Zimmermann, PhD, Leitende Ärztin Pädiatrie und klinische Forscherin am Kinderspital Zentralschweiz, umgesetzt. Internationale Projektpartner sind das Institute of Child Health and Human Development der University of the Philippines Manila sowie das Murdoch Children’s Research Institute in Australien, zwei renommierte Forschungszentren für globale Kindergesundheit im asiatisch-pazifischen Raum.

Die Daten und Proben werden auf den Philippinen erhoben. Die Laboranalysen erfolgen am Murdoch Children’s Research Institute in Melbourne. Begleitet werden sie von einem bilateralen Austausch zwischen den Forschungsteams in Australien und den Philippinen, der gemeinsame Schulungen, Wissenstransfer und die Weiterentwicklung von Labormethoden umfasst. Das Team der Universität Luzern übernimmt die Zusammenführung und Auswertung der Daten, die Interpretation der Ergebnisse sowie die Vorbereitung der wissenschaftlichen Publikationen.

Neben gemeinsamen wissenschaftlichen Publikationen und Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger umfasst das Projekt auch einen internationalen Forschungsaustausch zwischen der Schweiz und den Projektpartnern. Forschende aus Australien und den Philippinen werden hierfür an die Universität Luzern und das Kinderspital Zentralschweiz eingeladen. Die Zusammenarbeit soll langfristig gestärkt und die Grundlage für weitere gemeinsame Forschungsprojekte geschaffen werden. 

  • Projekttitel: «Streptococcus Pneumoniae Antimicrobial Resistance and Carriage in Filipino Children – Filipino-Australian-Swiss Pneumococcal Collaborative Study (The SPARC-FAST Collaboration)» (Antibiotikaresistenzen und Pneumokokken-Besiedlung bei philippinischen Kindern – eine philippinisch-australisch-schweizerische Kooperationsstudie zu Pneumokokken)
  • Projektleitung: Dr. Peter Francis Raguindin, Oberassistent an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Universität Luzern 
  • Projektbeteiligte: PD Dr. med. Petra Zimmermann, PhD, Leitende Ärztin Pädiatrie und klinische Forscherin am Kinderspital Zentralschweiz und Projektleiterin im Bereich Medizin, Universität Luzern; Prof. Josephine Aldaba, Research Assistant Professor, Institute of Child Health and Human Development, National Institutes of Health – University of the Philippines Manila; Prof. Catherine Satzke, Group Leader, Murdoch Children’s Research Institute, Melbourne
  • Projektdauer: 18 Monate 
  • Bewilligter Förderbetrag: CHF 49’000 (gerundet)

Weitere Informationen zum Leading House Asia Pacific
Newsbeitrag der Universität Zürich «Leading House Asia Pacific Launch Event»