Am Dienstagabend hielt der UBS-Verwaltungsratspräsident Prof. Dr. Axel A. Weber an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern eine Reichmuth & Co Lecture zum Thema Geldpolitik und dem langen Schatten der Krise von 2007.

Alt Bundesrat Kaspar Villiger kündigt Axel A. Weber an.

Prof. Dr. Axel A. Weber referiert im Rahmen der Reichmuth & Co Lectures an der Universität Luzern.

Als "Mann der klaren Worte" stellte alt Bundesrat Kaspar Villiger seinen Nachfolger als Verwaltungsratspräsident bei der UBS vor. Dieser Ankündigung wurde Axel Weber gerecht: Er bot den über 400 anwesenden Gästen eine präzise Analyse der wirtschaftlichen und geldpolitischen Entwicklungen seit der Krise von 2007. Während sich die wirtschaftliche Entwicklung normalisiere, sei die Geldpolitik noch weit davon entfernt. Mittlerweile befinde man sich auf einer geldpolitischen Terra incognita und die Rückkehr sei ein Experiment, mit dem man keine Erfahrung besitze. Gleichzeitig treten die negativen Konsequenzen der "Krisenpolitik für Griechenland", wie Weber die Tiefzinspolitik der EZB beschrieb, immer deutlicher zu Tage – beispielsweise durch die Verzerrungen auf dem Immobilienmarkt oder die Umverteilung, bei der die Aktionäre auf Kosten von "normalen Sparern" profitieren. Abschliessend warf Axel Weber einen Blick in die Zukunft. Er warnte davor, dass die Geldpolitik zu einem politischen Instrument wird, dem gegenüber ein Allmachtsglaube herrscht. Die Entwicklung seit der Krise zeige, dass die expansive Geldpolitik die Krisensymptome bloss mildere, während die notwendigen Reformen dank dem billigen Geld aufgeschoben werden. Zudem hätte eine erneute Rettung des Finanzsystems durch die Geldpolitik keine Akzeptanz in der Bevölkerung.

Geldpolitik verliert Gleichgewicht (Artikel LZ, pdf)
 

24. Oktober 2018