Philipp Anton Burri und Lukas Posselt haben für ihre Dissertationsprojekte Doc.CH-Beiträge des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) erhalten. Die Studien werden in der Rechtswissenschaft und der Soziologie geschrieben.

Blick auf die Fassade des Uni/PH-Gebäudes

Die sogenannten Doc.CH-Beiträge des Schweizerischen Nationalfonds ermöglichen jungen Forschenden in der Schweiz, eine Dissertation zu einem selbstgewählten Thema zu verfassen. Für die beiden Doktoranden wurde eine Förderungssumme von total 512'000 Franken gesprochen, mit welcher der Lohn sowie die Projektkosten während 48 Monaten finanziert werden.

Prozessfinanzierung im kollektiven Rechtsschutz

Der kollektive Rechtsschutz soll einer Vielzahl geschädigter Konsumentinnen und Konsumenten den Zugang zum Gericht erleichtern, indem über die Ansprüche vieler Klagender in einem einzigen Verfahren entschieden wird. In seiner Dissertation an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät mit dem Arbeitstitel "Third-Party Funding of Collective Redress. A Law and Economics Perspective" will Philipp Anton Burri die möglichen Regulierungsmassnahmen des kollektiven Rechtsschutzes und spezifisch der Finanzierung dieser kollektiven Prozesse durch Dritte aus einer rechtlichen und ökonomischen Perspektive untersuchen. In einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt an der Universität Rotterdam in den Niederlanden soll die Studie vertieft werden. Die Ergebnisse des Projekts können als Grundlage für die mögliche Einführung und Regulierung von kollektiven Rechtsschutzinstrumenten in der Schweiz dienen. Mehr Informationen

Klassifikationspraktiken in der Zürcher Sozialhilfe

Anhand einer Fallstudie analysiert Lukas Posselt in seiner Doktorarbeit mit dem Titel "A New Framework for the Scientific Study of Classification. Paperwork Practices in Zurich's Social Assistance" am Soziologischen Seminar der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, wie Unterstützungsentscheide für Sozialhilfe der Stadt Zürich hervorgebracht wurden. In diesem Rahmen soll untersucht werden, wie sich die Prinzipien, Techniken und administrative Instrumente, mit denen kommunale Unterstützungsentscheidungen hervorgebracht wurden, im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert haben. Die Erkenntnisse des Projekts können einen Beitrag zur Geschichte der Sozialpolitik, zur Soziologie der Klassifikation und zur aktuellen politischen Debatte um die Sozialhilfe in der Schweiz leisten. Mehr Informationen

15. September 2020