Cannabis-Studie: Zwischenbericht zeigt positive Ergebnisse

Eine Studie mit Beteiligung der Universität Luzern zeigt in einem Zwischenbericht erste Erkenntnisse zu den gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen eines regulierten Verkaufs von Cannabis in Apotheken in Bern, Biel und Luzern.

Close up of patient with prescription
(Symbolbild; ©istock.com/gpointstudio)

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in der Schweiz. Die Schweizer Politik diskutiert in jüngster Zeit vermehrt eine mögliche Neuausrichtung der Cannabispolitik. Zahlreiche andere Länder haben die Produktion und den Vertrieb von Cannabis für den Freizeitkonsum bereits reguliert, obwohl es noch keine wissenschaftlichen Studien zu den Auswirkungen einer Regulierung auf die Gesundheit und das Konsumverhalten gibt. Die SCRIPT-Studie (The Safer Cannabis Research In Pharmacies Trial), ein vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördertes Forschungsprojekt, setzt hier an.

Überregionale Forschungskollaboration

SCRIPT ist eine Pilotstudie zum regulierten, nicht-gewinnorientierten Cannabisverkauf für den Eigengebrauch in den Städten Bern, Biel und Luzern. In der Studie werden die Auswirkungen einer kombinierten Intervention, bestehend aus Verkauf und Beratung, auf das Konsumverhalten und die Gesundheit der Konsumierenden untersucht. Die Studienteilnehmenden können verschiedene Cannabisprodukte in ausgewählten Apotheken, dabei drei in Luzern, beziehen. Gleichzeitig werden die Teilnehmenden von geschultem Personal über den verantwortungsvollen Umgang mit den Produkten beraten. An der Studie nehmen 777 Personen in Bern, 261 in Luzern und 139 in Biel teil.

Stabiler Konsum und positive Erfahrungen

Die Ergebnisse bieten über alle drei Städte hinweg keinen Hinweis darauf, dass die regulierte Cannabisabgabe über die Apotheken einen Einfluss auf die Konsumhäufigkeit hatte. Es kam nicht zu einem Mehrkonsum und die Ergebnisse zeigen sogar leichte Abwärtstendenzen. Die regulierte Abgabe scheint zudem den Umstieg auf potenziell risikoärmere Konsumformen (z.B. Vaporisieren oder orale Einnahme) zu begünstigen, was eine Schadensminimierung ermöglichen könnte. 

Die Studienteilnehmenden bewerten den Cannabisverkauf in Apotheken überwiegend positiv. Besonders geschätzt werden die konstante Produktqualität, die Transparenz über Inhaltsstoffe sowie der sichere und unkomplizierte Zugang ohne Kontakt zum illegalen Markt. Auch Beratung, Privatsphäre und der Umgang mit dem Verkaufspersonal in den Apotheken werden mehrheitlich positiv beurteilt. Auch das Apothekenpersonal berichtet von durchwegs positiven Erfahrungen und einem angenehmen Austausch mit den Studienteilnehmenden.

Projektverlängerung bis 2029

SCRIPT ist eine gemeinsame Studie der Universitäten Bern und Luzern und wurde von der Kantonalen Ethikkommission Bern, der Ethikkommission Nordwest- und Zentralschweiz und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bewilligt. Sie wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und vom Tabakpräventionsfonds (TPF) unterstützt. Die Studienleitung am Standort Luzern liegt bei Dr. Rebecca Tomaschek, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Hausarztmedizin und Community Care der Universität Luzern.

Die Durchführung war ursprünglich bis Oktober 2026 geplant. Das BAG bewilligte nun eine Verlängerung des Projektes bis Oktober 2028. Studienteilnehmende können bis zum 31. Oktober 2028 Cannabisprodukte in den Studienapotheken beziehen. Die Studie soll 2029 abgeschlossen werden.

Medienmitteilung der Stadt Bern
Zwischenbericht zur SCRIPT-Studie
Studien-Website