Soziologischer Standpunkt: «Wer ist verantwortlich, wenn Maschinen Fehler machen?»
E-Mails beantworten, Bewerbungen sortieren und Wahrscheinlichkeiten berechnen: Organisationen setzen vermehrt Algorithmen ein, mit dem Ziel, Vorgänge effizienter zu gestalten. Doch was passiert, wenn Maschinen Fehler machen? Wer trägt die Verantwortung?
Algorithmen scheinen effizient und nützlich zu sein. Sie ermöglichen es, dass eine Maschine selbstständig Entscheidungen trifft: Sie sortieren Bewerbungsunterlagen, filtern E-Mails und bewerten Daten nach vordefinierten Kriterien. Während diese Funktionen Zeit sparen, richtet Livio Spaar, Masterstudent in Kulturwissenschaften, den Fokus auf eine unbequeme Frage: Was passiert, wenn die Maschine Fehler macht? In der Kolumne «Soziologischer Standpunkt» erklärt er, wie schnell es zur Verwirrung kommt, wenn dieser Fall auftritt. Denn wer die Verantwortung trägt, ist nicht so leicht zu bestimmen. Die Soziologin Cristina Besio und ihr Team sprechen dabei von «kontroverser Verantwortung» – menschliche Entscheidungen, organisatorische Vorgaben und technische Modelle wirken aufeinander ein, so dass unklar ist, wo die Fehler zu verorten sind. Welche Folgen solche Situationen mit sich bringen und wie kontroverse Verantwortung auch als Chance genutzt werden kann, zeigt die Kolumne. Zur Kolumne!
Die Kolumne entstand im Rahmen des HS25 Masterseminars «Organisation und Verantwortung(-slosigkeit)» bei Prof. Dr. Nadine Arnold. Die Beiträge aller Teilnehmenden wurden gegenseitig gelesen und gemeinsam bestimmt, welcher abgedruckt werden darf. Das enge Rennen gewann Livio Spaar, Masterstudent in Kulturwissenschaften.
