Soziologischer Standpunkt: «Gesellschaftliche Polarisierung bei gleicher Meinung»

Der Trumpismus in den USA, der Aufstieg populistischer Rechts-Parteien in Europa und auch populistische «Wir gegen alle»-Erzählungen in der Schweiz: Die Gesellschaft scheint zunehmend polarisiert. Dennoch zeigen Umfragen, dass Menschen gar nicht so gespalten sind, wie gedacht wird.

Die Kolumne erscheint alle zwei Wochen in der Luzerner Zeitung. (Bild: unsplash.com/@andrekaimk)

Zwei Lager mit widersprüchlichen Meinungen – das scheint unsere zunehmend polarisierte Gesellschaft zu beschreiben. Doch Umfragen zeigen, dass das so gar nicht stimmt: Bürger*innen tendieren vielmehr zu mittigen Positionen. Dennoch ist die Angst vor Polarisierung real. Und Dr. phil. Roman Gibel beleuchtet diesen Widerspruch in der Kolumne «Soziologischer Standpunkt». Die Sorge um gesellschaftliche Polarisierung ist, so der Soziologe Nils Kumkar, Resultat einer kommunikativen Bewirtschaftung verschiedenster politischer Akteure. Polarisierung funktioniert – was insbesondere auf Social Media durch höhere Feedbackraten und Bevorzugung durch Algorithmen gezeigt wird. Allerdings gehört eine gewisse Spaltung auch einfach zum politischen System: Regierung und Opposition kämpfen um unterschiedliche Interessen. Doch ganz so dramatisch, wie oft dargestellt, ist die Spaltung nicht. Wie kommunikative Polarisierung auch in der Schweiz existiert und warum sich Spaltung nicht einfach überwinden lässt, zeigt die Kolumne. Zur Kolumne!