Verhaltenswissenschaft­liches Labor nimmt Fahrt auf

Seit letztem Sommer läuft das Verhaltenswissenschaftliche Labor der Universität Luzern im Regelbetrieb. Es wird stark genutzt: von Forschungsgruppen, in Kooperationen und besonders intensiv in der Lehre.

Impression von der vergangenen öffentlichen Führung durch das Labor: Clara Bongartz, wissenschaftliche Assistentin mit Doktoratsprojekt, stellt in einem der Laborräumlichkeiten die Eye-Tracking-Apparaturen vor.

In den vergangenen Monaten hat sich beim an der Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie (VPF) angesiedelten Labor viel getan: Aus der Anlaufphase erwuchs schnell ein dichter Laboralltag, in dem unterschiedliche Forschungsgruppen arbeiten und wo die Lehre direkt von realen Studien profitiert. In der Forschung bewährte sich das Labor früh in einer Pilotstudie in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern (HSLU): Ein Virtual-Reality-Experiment wurde im Herbst erfolgreich abgeschlossen, ein Folgeexperiment startet in den nächsten Wochen. Parallel dazu ist seit Anfang Sommer regelmässig eine Studie zu Rückenschmerzen der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin (GMF) am Laufen, womit der konkrete Mehrwert einer Infrastruktur, die fakultätsübergreifend genutzt werden kann, bereits sichtbar ist. 

Einsatz in der Lehre

Das aus drei Räumen bestehende Labor ist nicht nur Forschungsort, sondern auch eine wichtige Ressource in der Ausbildung, die insbesondere im Rahmen von VPF-Lehrveranstaltungen intensiv genutzt wird. Die Studierenden haben so die Möglichkeit, Erfahrungen mit Experimenten zu sammeln und werden dazu befähigt, auf diese Weise wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Im Rahmen der Lehrveranstaltung «Experimentelle Übungen» nutzen derzeit rund 40 Studierende die Räumlichkeiten, um verschiedene Experimente durchzuführen. Die Studierenden-Projekte haben über die Lehre hinaus durchaus auch Relevanz für grössere Forschungsprojekte. Beispielsweise wird die Durchführbarkeit von Experimenten getestet, und es werden Vergleichsdaten erhoben, die später im klinischen Kontext wichtig sind.

Bewährt hat sich auch die inzwischen erfolgte Schaffung von Supportstellen: Die beiden Labormanager tragen unter anderem dazu bei, die Infrastruktur laufend zu verbessern, oder sie entwickeln Hard- und Software für Experimente und ermöglichen damit die rasche Umsetzung von Projektideen.

Transfer in die Praxis

Die Labore entwickeln sich auch zu einem Hub für institutsübergreifende Kooperationen am Forschungs- und Bildungsstandort Luzern. Aktuell läuft ein Projekt zu Ganganalysen mit potenzieller Anwendung in der Neurorehabilitation. Die Labore ermöglichen die Datenerhebung, Studierende des Studiengangs Medizintechnik der HSLU unterstützen die Entwicklung von Algorithmen und die Analysen, und die Brückenprofessuren an der VPF und GMF ermöglichen den schnellen Transfer in die klinische Anwendung am Luzerner Kantonsspital. 

Wer sich vor Ort selbst ein Bild des Verhaltenswissenschaftlichen Labors machen möchte, kann dieses im Rahmen von öffentlichen Führungen kennenlernen. Nach einer ersten, ausgebuchten Führung, die Anfang Februar stattgefunden hat, ist eine weitere für den 10. September angekündigt – die Anmeldung ist bereits jetzt möglich.

Weitere Infos zum Labor

Newsmeldung zur Aufnahme des Betriebs des Labors (18. Juni 2025)