Blockchain: Berufungen an der Universität Luzern

Die Universität Luzern hat Max Baumgart, Adam Hayes, Claude Humbel, Patrik Hummel und Markus Schreiber auf Lehrstühle berufen. Dies im Zusammenhang mit dem «Zug Institute for Blockchain Research» (ZIBR) an der Universität Luzern.

Am 23. Januar 2026 war es so weit: ZIBR, das in Zug domizilierte universitäre Institut mit externer Trägerschaft, konnte offiziell eröffnet werden (siehe Newsmeldung). Der Kanton Zug finanziert das neue Forschungsinstitut während der fünfjährigen Aufbauphase mit 25 Millionen Franken. Darin ist unter anderem auch die Finanzierung der Lehrstühle enthalten. Gestartet ist das Institut mit fünf Professoren (siehe nachfolgend), wobei die Berufungsverfahren vollumfänglich über die Universität Luzern liefen. Für die Aufbauphase sind neun Lehrstühle geplant. Zwei weitere Berufungsverfahren in Politischer Ökonomie und Blockchain sowie Politikwissenschaft und Blockchain laufen derzeit, Ausschreibungen für Gesundheitswissenschaften und Blockchain sowie Verhaltenswissenschaften und Blockchain folgen im Verlaufe des Jahres.

Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Adam Hayes, geboren 1979, wurde per 1. August 2025 zum Professor für Soziologie und Blockchain berufen. Er erwarb einen Master in Wirtschaftswissenschaften an der New School for Social Research und einen PhD in Soziologie an der University of Wisconsin-Madison. Er ist ausserdem Chartered Financial  Analyst (CFA) und arbeitet als Redakteur für die Zeitschrift «Finance and Society». Vor seiner Berufung an die Universität Luzern und das Zuger Institut war Adam Hayes Senior Lecturer in Soziologie an der Hebräischen Universität Jerusalem. Seine Forschung befasst sich mit den sozialen Einflussfaktoren wirtschaftlichen Verhaltens sowie mit den Auswirkungen von Finanztechnologien (Fintech) auf die Entscheidungsfindung  und die Marktdynamik.

Foto Patrik Hummel

Patrik Hummel, geboren 1988, wurde per 1. Mai 2025 zum Professor für Philosophie und Blockchain berufen. Er studierte Philosophie in Bayreuth, St Andrews und Stirling. Nach seiner Promotion (2018) forschte er als Postdoc an der FAU Erlangen-Nürnberg (2018–2021) zu ethischen Aspekten von Big Data und KI im Gesundheitssektor. Ab 2021 war er Assistant Professor an der Technischen Universität Eindhoven (NL), Forscher im Konsortium «Ethics of Socially Disruptive Technologies», und Consultant für die Health Ethics & Governance Unit der WHO. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen in der Technikphilosophie, insbesondere der Ethik datenintensiver und automatisierter Systeme und deren Auswirkungen auf Konzepte wie Gerechtigkeit, Souveränität, Identität und Gesundheit.

Rechtswissenschaftliche Fakultät

Foto Max Baumgart

Max Baumgart, geboren 1989, wurde per 1. Juli 2025 zum ausserordentlichen Professor für Energierecht und Blockchain berufen. Er studierte Rechtswissenschaft in Berlin, Genf und Köln und wurde an den Universitäten Basel und Köln im Rahmen eines Doppeldoktorats promoviert. In seiner Dissertation befasste er sich mit unionsrechtlichen Fragen des Stromnetzausbaus. Vor seiner Berufung nach Luzern war er Assistant Professor an der Universität Tilburg (NL) und forschte zur Regulierung der Energiewende sowie digitaler Märkte. International vernetzt, verfügt er über Expertise in Wettbewerbsrecht, Regulierungsrecht und EU-Wirtschaftsrecht. Sein Fokus liegt auf der sogenannten Twin Transition – den parallelen Transformationsprozessen in der Energie- und Digitalwirtschaft. 

Foto Humbel Claude

Claude Humbel, geboren 1989, wurde per 1. August 2025 zum Assistenzprofessor mit Tenure Track für Privatrecht und Blockchain berufen. Er studierte Rechtswissenschaft an der Universität Zürich, wo er zur Regelung der Vor- und Nachhandelstransparenz im Wertpapierhandel promovierte. Ergänzend dazu erwarb er einen LL.M. an der Berkeley School of Law der University of California. Nach Stationen in einer Wirtschaftskanzlei in Zürich und am Obergericht des Kantons Aargau war er bis zu seiner Berufung nach Luzern als Lehrbeauftragter im Privat- sowie im Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Zürich tätig. Im Rahmen seines Habilitationsprojekts forscht er zu gesellschafts-, bank- und kapitalmarktrechtlichen Fragen im Bereich der «Related-Party Transactions». 

Foto Markus Schreiber

Markus Schreiber, geboren 1987, wurde per 1. März 2025 zum Assistenzprofessor mit Tenure Track für Öffentliches Recht und Blockchain berufen. Er studierte Rechtswissenschaften an der Bucerius Law School in Hamburg und der University of the Pacific, McGeorge School of Law in Sacramento, Kalifornien. Seit 2014 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent und ab 2019 als Oberassistent für Europarecht, Völkerrecht, Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung an der Universität Luzern. Seine Dissertation befasst sich mit dem Umgang des Rechts mit technischer Innovation. In seiner Habilitation geht er der Frage nach, inwiefern Privateigentum für die Ausübung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit herangezogen werden darf, mit einem Schwerpunkt auf der digitalen Sphäre.