Pflegelotsen: Pilotprojekt in Zug gestartet
Die Stadt Zug lanciert ein Pilotprojekt zur besseren Organisation von Pflegenotfällen im häuslichen Umfeld. Das Zentrum für Hausarztmedizin und Community Care der Universität Luzern begleitet das Projekt wissenschaftlich.
Ein Pflegenotfall liegt vor, wenn eine Person plötzlich nicht mehr allein zu Hause zurechtkommt, ohne dass ein medizinischer Notfall vorliegt. Solche Situationen stellen Betroffene und Angehörige häufig vor organisatorische und pflegerische Herausforderungen und erfordern eine rasche Koordination geeigneter Unterstützungsangebote.
Neues Versorgungsmodell im Praxistest
Die Stadt Zug testet nun im Pilotprojekt «Organisation Pflegenotfall durch Pflegelotse» den Einsatz von Advanced Practice Nurses (APNs) zur gezielten Koordination von Pflegenotfällen bei zu Hause lebenden Menschen. Im Rahmen des Projekts übernehmen spezialisierte Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten des Zuger Kantonsspitals und der Spitex Kanton Zug die Rolle der Pflegelotsinnen und Pflegelotsen. Sie arbeiten mit Spital, Spitex, Hausärztinnen und Hausärzten, dem Alterszentrum Neustadt sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren zusammen.
Ziel des Projekts ist es, Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen, unnötige Spitaleintritte zu vermeiden und die Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Angeboten zu verbessern. Betroffene sollen dadurch möglichst lange zu Hause leben können. Die Anmeldung erfolgt über Fachpersonen.
Begleitevaluation liefert Entscheidungsgrundlage
Die Pilotphase läuft bis Ende Februar 2028 und wird wissenschaftlich durch das Zentrum für Hausarztmedizin und Community Care (ZHAM & CC) der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin begleitet. Das Forschungsteam untersucht, wie sich die Rolle der Pflegelotsinnen und Pflegelotsen entwickelt, welchen Nutzen das Pilotprojekt für Betroffene, Angehörige sowie weitere Akteurinnen und Akteure entlang der Versorgungskette bietet und welche Effekte sich auf Koordination, Versorgungsqualität, Aufwände und potenzielle Effizienzgewinne ergeben. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für einen evidenzbasierten Entscheid über eine mögliche Aufnahme des Angebots in die Gesundheitsversorgung des Kantons Zug.
Die Gesamtprojektleitung liegt bei der Fachstelle Alter und Gesundheit der Stadt Zug. Die Umsetzung des Pilotprojekts erfolgt mit finanzieller Unterstützung der Age-Stiftung, Kanton Zug, Stadt Zug, Zuger Gemeinden (Pflegenotfallbetten) sowie in Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen Alterszentren Zug, Hausärztegesellschaft Kanton Zug, Seniorenzentrum Mülimatt, Verein Spitex Kanton Zug und Zuger Kantonsspital AG.
Projektverantwortliche am ZHAM & CC: Patricia Lampart und Dr. Stefan Essig
Ansprechpersonen bei der Stadt Zug / Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit: Ivanka Basic
Weitere Informationen:
