Temporärarbeit bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Ziel eines wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsprojekts ist es aufzuzeigen, wie die Arbeitsmarktfähigkeit und das Wohlbefinden von Temporärbeschäftigten in der Schweiz gesteigert werden kann.

Blick auf eine Baustelle (Symbolbild). Das Baugewerbe ist eine derjenigen Branchen, in denen am häufigsten temporär gearbeitet wird.

Temporärarbeit gewinnt schweiz- und weltweit an Bedeutung. Sie ermöglicht es Organisationen, besser mit den erhöhten Flexibilitätsanforderungen Schritt zu halten. Aber obwohl das Bedürfnis nach flexiblen Arbeitsmöglichkeiten auch auf Seiten der Arbeitnehmerschaft zunimmt, bedeutet Temporärarbeit dennoch für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhöhte Beschäftigungsunsicherheit und eingeschränkte Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Hier setzt das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit rund 110'000 Franken finanzierte, am Zentrum für Human Resource Management der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angesiedelte und im März 2016 gestartete Projekt "Improving the Well-Being and Career Outcomes of Temporary Agency Workers" an. Die Projektverantwortlichen Prof. Dr. Bruno Staffelbach, Dr. Manuela Morf und Dr. Anna Sender verfolgen das Ziel, Massnahmen des Personalmanagements zu identifizieren und zu prüfen, inwiefern damit die Arbeitsmarktfähigkeit und das Wohlbefinden von Temporärbeschäftigten in der Schweiz gesteigert werden kann.

Nicht immer kompensieren die Vorteile von Temporärarbeit wie Vielseitigkeit, Flexibilität und die Möglichkeit, Neues zu lernen, ihre Nachteile: geringeres Zugehörigkeitsgefühl, Einkommensunsicherheit und eine negative Wahrnehmung durch potenziell zukünftige Arbeitgeberinnen und -geber. Dies haben die qualitativen und quantitativen Ergebnisse der ersten Teilstudie belegt. Als formelle Arbeitgeber, Träger von arbeitsmarktrelevantem Wissen und Anbieter von Betreuung und Beratung kommt den Temporärbüros eine wichtige Rolle zu, allfällige negative Folgen durch temporäre Beschäftigungsverhältnisse zu minimieren. Dabei besteht die personalwirtschaftliche Herausforderung darin, dass sie aus der Ferne agieren müssen. Aus zwei weiteren Teilstudien – das Projekt läuft bis Ende 2017 – sollen nun konkrete Handlungsempfehlungen für ein effektives und nachhaltiges Personalmanagement abgeleitet werden, das auch den Beschäftigungsrisiken von temporären Angestellten Rechnung trägt.


Quelle: Jahresbericht der Universität Luzern 2016, Mai 2017, S. 35.
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